Auf neuem Rasen die Orientierung verloren

Katastrophales 1:7 gegen Osterholz-Scharmbeck: Heimpremiere der Freien Turner geht daneben
Von Henning Thobaben

Die Vorfreude war groß: Strahlende Sonne, viele Zuschauer, ein neuer Platz. Der war im Zuge des Stadion-Umbaus um 90 Grad gedreht worden. Vielleicht war das ein Grund dafür, dass Fußball-Oberligist Freie Turner beim 1:7 (0:3) gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck völlig die Orientierung verlor.
Denn Konfusion herrschte bei den Hausherren in allen Mannschaftsteilen. Die Offensivreihe gab den ersten gefährlichen Torschuss in der 82. Minute ab, als der noch zu den besseren Akteuren gehörende Markus Michnik Osterholz-Keeper Björn Müller prüfte. Das Mittelfeld präsentierte sich zweikampfschwach und schwerfällig beim Umschalten von Offensive auf Defensive. Und die eigentliche Abwehrreihe ließ sich von den wieselflinken Gäste-Angreifern mehrfach vorführen.
Einzig Torwart Benjamin Later verhinderte ähnlich wie beim 1:5 in Celle eine Woche zuvor eine noch höhere Niederlage. Doch von seinen Vorderleuten im Stich gelassen war der Schlussmann früh geschlagen. Schon der erste schnelle Angriff der Bremer führte zum Rückstand (2.). Bis zur Pause durften die Gäste munter nachlegen (34./43.) und entschieden die Partie vorzeitig.
Dass die Turner in der zweiten Hälfte weitere vier Treffer kassierten (50./65./71./90.), war angesichts eines sichtbaren Klassenunterschieds logische Folge. Abwehrmann Sebastian Kamp, der mit einem Ballverlust vor dem 0:5 patzte, konnte die desolate Vorstellung nur so erklären: “Einstellung, Kampfgeist und Moral waren gleich Null. Nach dem Celle-Spiel hatten wir gedacht, dass es nicht schlimmer geht.” Die 90 Minuten gegen Osterholz-Scharmbeck hatte alle eines Besseren belehrt.
“Im Team und neben dem Platz stimmt ja alles”, rätselte Kamp weiter über die tiefer gehenden Gründe. “Wir können es nur nicht auf den Platz übertragen.” Kamps Abwehrkollege Julian Möbs hatte zudem bemerkt: “Viele bei uns sind einfach zu verkrampft.” Um mehr Sicherheit zu gewinnen, vermutet der Außenverteidiger, dass Trainer Uwe Walther vorerst zum klassischen System mit Libero zurückkehrt.
Ob das so kommt, bleibt abzuwarten. Der Coach war unmittelbar nach Schlusspfiff nicht ansprechbar und direkt unter die kalte Dusche geflüchtet. Mit hochrotem Kopf – nicht nur bedingt durch den Ärger, sondern auch durch die Sonne. Denn die Trainerbank steht nach dem Umbau auf der Sonnenseite.
Alles andere als sonnig sieht es für das Team in der Tabelle aus. Mit nur einem Punkt und einem miserablen Torverhältnis rutschten die Turner auf den 18. und letzten Platz.
Freie Turner: Later – Schindzielorz, Kamp, Dierschke, Möbs (55. Schippmann) – Thomsen (46. Job), Krüger, Knappe, Michnik – Kierdorf, Kramer (46. Körner).

(Quelle: Braunschweiger Zeitung)

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