“Palles” Handstreich sorgt für Wende

     
2:1 – Rehdens Torjäger dreht Partie gegen Arminia Hannover fast im Alleingang – aber nicht ganz regelgerecht
Von Ole Schlabers

REHDEN Marc Pallentien war ehrlich. “Das war ein klares Handspiel”, gab der Torjäger des Fußball-Oberligisten BSV Rehden nach dem Heimspiel gegen Arminia Hannover zu. Gemeint war die 64. Minute, als dem 35-Jährigen nach einer Flanke des eingewechselten Kwaku Afriyie der Ball an den Oberarm gesprungen war und von dort zum wichtigen 1:1 ins Tor. Besonders brisant: kurz darauf erzielte “Palle” auch noch das 2:1 – die Partie war gedreht, und der Goalgetter avancierte endgültig zum Rehdener Matchwinner.

Ohne Frage, der Sieg war mehr als verdient. Die Rehdener machten von Beginn an das Spiel, erspielten sich gleich mehrfach gute Torchancen. Einziges Manko: der Ball wollte nicht rein. “Wir haben es mal wieder versäumt, das Spiel vorzeitig zu entscheiden”, ärgerte sich denn auch BSV-Coach Marek Lesniak nach der Partie. Allein Max Moormann hatte gleich mehrfach die Möglichkeit gehabt, die Hausherren in Front zu schießen, vergab aber (12./18./34.). Darüber hinaus traf Stefan Bernholt nur den Pfosten (34.). “Unvermögen, fehlende Konzentration und Pech”, begründete Pallentien, der ebenfalls eine dicke Chance hatte liegen lassen (49.).

Die fehlende Cleverness sollte sich rächen. In der 52. Minute hielt Hannovers Marian Pingel aus 20 Metern einfach mal drauf – und schon stand’s 0:1 aus Sicht der Rehdener. “Das war ja klar, dass das nach hinten losgeht”, erklärte “Palle” hinterher.

Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, spielten die Hausherren weiter nach vorne. “Wir haben aus der Partie gegen Heeßel gelernt, dass wir nur Geduld haben müssen und sind nicht in totale Konfusion verfallen”, lobte Lesniak sein Team. Die Folge: Zwölf Minuten nach dem Rückstand glich Pallentien aus – allerdings nicht ganz regelgerecht. “Tor ist Tor”, erklärte der Torjäger anschließend. Die Frage, zum Schiedsrichter zu gehen und die Fehlentscheidung aufzuklären, hatte sich “Palle” nicht gestellt. “Das kann man machen, wenn man 4:0 führt”, begründete der “Oldie”: “Außerdem war das 1:1 zu dem Zeitpunkt auch mehr als verdient.”

Mit letzterem hatte Pallentien recht. Auch der Führungstreffer des Torjägers neun Minuten später entsprach dem Spielverlauf. “Mit dem Tor haben wir uns selbst für ein gutes Spiel belohnt”, resümierte Coach Lesniak.

Doch um ein Haar wären die Hausherren noch einmal um den Lohn ihrer Mühen gebracht worden. Nach einem Missverständnis des eingewechselten Kwaku und Tomasz Smolka war Hannovers Pingel mit einem Mal auf und davon, der Stürmer scheiterte aber an BSV-Keeper Marcel Westermann (83.). “Das war knapp”, wusste auch Lesniak.

Rund zehn Minuten später war das “große Zittern” (Lesniak) dann vorbei. Wer den Pfiff des Schiedsrichters überhört hatte, dem brachte spätestens der Jubelschrei Lesniaks Gewissheit. Doch der BSV-Coach warnte zugleich: “Wir haben noch Luft nach oben.” Besonders in Sachen Chancenverwertung. Bis das besser klappt, gilt: Der Ball muss irgendwie rein – egal wie.

Quelle: Diepholzer Kreisblatt

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