VfR Neumünster feiert schwer erkämpften 2:1-Sieg
Der Gewinner des 9. Spieltags in der Schleswig-Holstein-Liga ist der VfR Neumünster. Während die Lila-Weißen am Sonntag eine umkämpfte Partie in Itzehoe mit 2:1 für sich entschieden, ließen sämtliche Mitbewerber im Kampf um die Spitze Federn. Tabellenführer Holstein II büßte beim 1:1 gegen Eider Büdelsdorf erstmals seit dem 23. August (1:1 in Kropp) wieder Punkte ein. Der Tabellendritte VfB Lübeck II hatte bereits am Sonnabend in Kropp (0:2) alle drei Zähler liegen gelassen, verteidigte seinen Rang aber noch. Und schließlich gab es auch im Verfolgerduell zwischen Henstedt-Rhen und dem Heider SV ein Remis (2:2).
Der VfR bleibt somit auch nach neun Spielen weiter ungeschlagen und verteidigte seinen zweiten Tabellenplatz. In einem rassigen Kampfspiel erarbeitete sich die Lamce-Elf trotz 45-minütiger Unterzahl einen nicht unverdienten 2:1-Erfolg beim vor der Pause ebenbürtigen, dann aber zunehmend hilfloser wirkenden Itzehoer SV.
Auf dem tiefen, aber durchaus regulär zu bespielenden Boden entwickelte sich von Beginn an ein echt es Kampfspiel, in dem die Itzehoer gegen den Tabellenzweiten gut mithielten. Verantwortlich dafür waren vor allem der Ex-Neumünsteraner Thorben Reibe, der immer wieder mit energischen Antritten den Ball nach vorne trieb, und William Gueridonn. Der quirlige Angreifer war von der VfR-Abwehr nur schwer zu stoppen. Beide holten einige Freistöße heraus und waren auch für das 1:0 der Steinburger verantwortlich: Gueridonn trat eine zunächst gar nicht so gefährlich scheinende Ecke in den Strafraum, wo der Ball bis zu Reibe am langen Pfosten durchkam. Dessen Schuss versuchte Marco Möller noch von der Linie zu kratzen, was auf dem rutschigen Boden jedoch nicht gelang (12.). Die Führung im Rücken stärkte das Selbstvertrauen des ISV noch einmal. Die Viererkette stand gut, ließ die VfR-Angreifer immer wieder ins Abseits laufen. Und obwohl die Spielanteile gleich verteilt waren, erspielten sich die Gastgeber auch die besseren Torchancen. Hüsnü Özdemir musste bis zur Pause noch drei Mal ernsthaft eingreifen. Zwei Schüsse von Gueridonn (14., 39.) parierte der Neumünsteraner Schlussmann gut. Zudem klärte Özdemir auch noch aufmerksam außerhalb des Strafraums gegen den allein auf ihn zustürmenden Sebastian Barth (21.).
Mit seiner ersten echten Tormöglichkeit kam der VfR zum Ausgleich – das allerdings in einer Phase, als die Lila-Weißen gegen nun tief stehende Gastgeber schon klar das Kommando übernommen hatten. Nach einem Steilpass enteilte Dennis Sudbrak zunächst Wiegand Leskien und ließ dann auch noch den herausstürzenden David Ander aussteigen. Aus spitzem Winkel schob er zum 1:1 ein (40.). Fast hätte der ISV aber noch die richtige Antwort parat gehabt. Doch nach einer Freistoßhereingabe von Gueridonn kam der frei stehende Reibe nicht mehr optimal zum Kopfball (44.).
Den zweiten Durchgang mussten die Gäste dann in Unterzahl bestreiten. Quasi mit dem Schlusspfiff der ersten Hälfte hatte Patrick Amponsah versucht, sich Jörn Beckmann mit dem Ellenbogen vom Leib zu halten – die Rote Karte war die Folge.
Doch von der Unterzahl war nach der Pause nur wenig zu spüren. Das personelle Defizit machten die Gäste durch ein Plus an Einsatz wett und erarbeiteten sich sogar Vorteile. Schnell wagten sie sich auch wieder etwas weiter nach vorn, so dass sich auf beiden Seiten Torchancen ergaben. ISV-Keeper Ander musste außerhalb des Strafraums vor Sudbrak mit dem Kopf klären (54.). Auf der anderen Seite zeichnete sich Kapitän Carsten Pukaß aus, als er Gueridonn das Leder nach einem Doppelpass mit Sebastian Barth beim Schussversuch gerade noch weggrätschte (60.). Glück hatten die Gäste, dass Beckmann den Ball nach einem Reibe-Pass in bester Schussposition nicht voll traf (62.). Im direkten Gegenzug fiel dann die Führung für die Gäste. Patrick Christophersen schickte Franko Milbradt, der an Ander vorbei ging. Die Hereingabe drückte Marinko Ruzic in der Mitte im Rutschen über die Linie (63.). Nur noch einmal war dann Glück dabei, dass der VfR diese Führung bis zum Schlusspfiff verteidigte. Als Thorben Reibe, der vor der Pause auch den einen oder anderen unberechtigten Freistoß provoziert hatte, nach einem Solo an der Strafraumgrenze eindeutig unfair gestoppt wurde, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Oliver Schmäl stumm (66.). Ansonsten hatte der ISV nicht mehr viel entgegenzusetzen. Die Gäste hätten stattdessen bei Konterchancen für Christopher Kramer (80.) und Christophersen (84.) den Sack zumachen können.
Dass am Ende auch noch der Itzehoer Kadir Özcan nach einer rüden Grätsche gegen Pukaß eine Rote Karte sah und Gueridonn wegen andauernder Meckerei vorzeitig unter die Dusche folgte, unterstrich letztlich nur noch einmal den Charakter des Kampfspiels – spielentscheidend war das nicht mehr.
Itzehoer SV: Ander – Sacipi (85. Özcan), Leskien, M. Barth, Schümann (68. Awiszus) – Beckmann, Reibe, Dora, Wulf – Gueridonn, S. Barth.
VfR Neumünster: Özdemir – Zenker (64. Gülbay), Pukaß, Amponsah – Christophersen, Schefer – Möller, Ruzic, H. Alioua – Sudbrak (89. I. Alioua), Milbradt (75. Kramer).
Schiedsrichter: Schmäl (Heikendorf)
Zuschauer: 200
Quelle: Nordsport 06.10.2008





