Sabander findet richtige Kombination
Voraussetzungen beim SC Union sind für den Niederländer optimal
Den Trainerposten der Fußball-Kreisligamannschaft besetzten die Verantwortlichen des SC Union Emlichheim im Sommer mit einem in der Grafschaft Unbekannten: Der Niederländer Edward Sabander übernahm die Schwarz-Gelben als Spielertrainer und steht derzeit mit seiner Truppe ganz oben in der Liga.
Von Daniel Buse – Emlichheim. Am kommenden Sonntag (15 Uhr) steht das absolute Spitzenspiel in der Fußball-Kreisliga an: Der SC Union Emlichheim empfängt als Spitzenreiter den Tabellenzweiten aus Wietmarschen. „Bei den Spielern merkt man schon etwas, aber ich bin ziemlich entspannt“, sagt SCU-Trainer Edward Sabander im Vorfeld der Begegnung. Seine Einstellung hat in diesem Fall allerdings nichts mit typisch-niederländischer Gelassenheit zu tun, sondern einen anderen Grund. „Ich kenne die anderen Vereine der Kreisliga nicht. Deshalb spielen wir immmer auf Sieg – egal, gegen wen. Ich gehe das Spiel gegen Wietmarschen am Sonntag genauso an wie das gegen Lage am vergangenen Wochenende“, sagt der Niederländer, der sich vor der Top-Begegnung nicht verrückt machen lässt. Die nötigen Informationen über die Gegner bekommt Sabander aus anderen Quellen: „Betreuer Lars Kerperin, Co-Trainer Dick Kroezen oder andere Spieler wie Karlo Meppelink informieren mich. Dann kann ich mir schon ein Bild vom Gegner machen“, erklärt der neue SCU-Trainer.
Inzwischen konnten sich schon einige Kreisliga-Mannschaften ihrerseits ein Bild vom neuen SCU machen, der nach neun Spieltagen die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung anführt. Mit technisch gutem Kurzpassspiel erarbeiteten sich die Niedergrafschafter – mit Ausnahme des 1:4 bei Vorwärts Nordhorn II, der einzigen Saisonniederlage – eine deutliche Überlegenheit und brachten ihre acht Siege souverän über die Bühne. Die Handschrift von Trainer Sabander, der im Mittelfeld Regie führt, ist deutlich zu erkennen. Der Niederländer aus Hoogeveen kann in Emlichheim seine reichhaltige Erfahrung aus dem Amateurfußballbereich des Nachbarlandes einbringen. „Bei VV Hoogeveen habe ich mit sechs Jahren begonnen und dort 20 Jahre lang gespielt. Dann war ich eine Saison beim FC Emmen in der zweiten Liga. Danach ging es zurück nach Hoogeveen und noch zu Roda Rahlte und WKE aus Emmen“, zeichnet Sabander seinen sportlichen Werdegang nach.
Im Sommer kam dann der Kontakt zu den Emlichheimern und Fußball-Abteilungsleiter Gerwin Kremer zu Stande, der dem 34-Jährigen die Möglichkeit gab, seine erste Trainerstelle anzunehmen. „Ich habe in den vergangenen Jahren nachgedacht, was ich nach dem Ende meiner Laufbahn machen will. In Holland habe ich einen Trainerkurs belegt und abgeschlossen. Mit 34 Jahren wollte ich im Sommer noch nicht aufhören, selbst Fußball zu spielen und gleichzeitig kann ich hier Erfahrungen als Trainer sammeln. Die Kombination war perfekt“, erklärt Sabander.
Bislang hat er den Schritt über die Grenze nicht bereut: „Es gefällt mir sehr gut“, sagt er – und die ersten Unterschiede zwischen den verschiedenen „Fußball-Kulturen“ in Deutschland und den Niederlanden sind ihm auch nicht verborgen geblieben. Aus seiner neuen Perspektive als Trainer lernt er jetzt auch die berühmten deutschen Tugenden zu schätzen: „Die Mentalität ist gut. Die Jungs sind immer motiviert, da muss man als Trainer wenig machen“, freut sich Sabander, der seinerseits mehr Wert auf Spielfreude und technisch guten Fußball legt als auf Rennen und Rackern.
„Der Fußball in Deutschland ist schon etwas anders“, meint der Niederländer, dessen Einschätzung aber nur von seinen bisherigen Erfahrungen in der Kreisliga geprägt wurde. Dass es auch schnellen und technisch guten Fußball in Deutschland gibt, konnte Sabander in der Vorbereitung sehen: „Dort sind wir gegen den VfL Weiße Elf Nordhorn angetreten und die haben einen ausgezeichneten Fußball gespielt.“
Wenn es für Sabanders Emlichheimer weiterhin so gut läuft wie bislang, könnte es in der nächsten Saison ein Wiedersehen beider Vereine in derselben Spielklasse geben: Die Nordhorner als Bezirksligist und der SC Union als frisch gebackener Meister der Grafschafter Fußball-Kreisliga.
Quelle: Grafschafter Nachrichten





