Weniger TV-Geld für den VfB Lübeck

Lübeck – Nur noch 88 000 Euro statt 162 000 Euro. „Das ist aber nicht der Untergang des VfB“, sagt der Insolvenzverwalter.

Vor dem heutigen Regionalliga-Spiel des VfB Lübeck beim FC Oberneuland zogen dunkle Wolken am Horizont auf. Die Grünweißen (und alle anderen Vereine aus der vierten Liga) sollen ab der kommenden Saison deutlich weniger Fernsehgelder bekommen als bisher. Das sieht der neue TV-Vertrag vor, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Vertreter von ARD und ZDF ausgehandelt haben.

In einem Protokoll des DFB-Spielausschusses vom 13. November ist von einer Aufstockung für die Dritte Liga von 600 000 Euro auf 800 000 Euro pro Verein die Rede – und die Reduzierung für jeden Regionalligisten von derzeit 162 000 Euro auf nur noch 88 000 Euro. Der Grund: Die Dritte Liga findet eine ungleich höhere TV-Akzeptanz als die vierte Liga. In der Tat: Vom VfB gab es bisher nur Kurzberichte im MDR von den Spielen gegen Halle, Plauen, Leipzig und Magdeburg und in den Kurznachrichten im Schleswig-Holstein-Magazin (N3).

„74 000 Euro weniger ist ein Batzen Geld. Das wird mit Sicherheit Probleme geben. Wir müssen neue Einnahmequellen suchen, um das Minus aufzufangen“, sagt Lübecks sportlicher Leiter Dietmar Hirsch. Insolvenzverwalter Dr. Mark Zeuner war die Kürzung noch nicht bekannt. Er betonte jedoch: „Das ist nicht akzeptabel, aber es ist auch nicht der Untergang des VfB. Wir müssen uns keinen Kopf machen. Aber das fehlende TV-Geld ist ein Baustein mehr, um den wir uns kümmern müssen.“

Die Regionalligisten wollen die Kürzung nicht hinnehmen. Der Hallesche FC protestierte bereits beim DFB. Der 1. FC Magdeburg sieht die Streichung ebenfalls kritisch und schickte an alle Klubs eine Mail.

Im TV wird es heute vom VfB-Spiel in Bremen-Oberneuland keine Bilder geben. Nur die Gäste im Lübecker Café Art (Kapitelstraße) sehen die Partie live – und vielleicht den ersten Auswärtssieg in dieser Saison? Trainer Peter Schubert muss auf Romano Lindner, Hannes Niemeyer und Hendrik Koep verzichten.

Von Peter-Wulf Dietrich

Quelle: Lübecker Nachrichten

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