Plädoyer für zwei echte Spitzen

(hegt) – Im Nachbarschaftsduell gegen die U 23 des VfL Osnabrück (Freitag, 19.30 Uhr in der vivaris-Arena) muss sich der SV Meppen ganz besonders konzentrieren. Schließlich kassierte der Fußball-Oberligist schon einmal nach einem ausgefallenen Spiel eine überraschende Schlappe. “Wir waren aus dem Spielrhythmus gekommen”, analysiert Meppens Trainer Hubert Hüring schon eher die Niederlage gegen Langenhagen als die in Oldenburg. Damals fiel das Duell in Havelse aus und es folgte die bittere erste Saisonniederlage nach einer deutlichen Pausenführung, weil danach so mancher überheblich wurde, diese Spielauffassung sich fortpflanzte. “So gesehen haben wir uns die drei Zähler aus Havelse schon längst als Wiedergutmachung verdient”, meint Hüring, der am Freitag nach der abgelaufenen Rotsperre von Marcel Hoppe eine Alternative mehr im Kader hat.

Andreas Gerdes (28), ostfriesicher Sturmführer der Meppener, sieht es ähnlich, wenn auch aus anderem Blickwinkel. Beim 3:1 gegen Rehden oder beim 2:0 gegen Wilhelmshaven II vergaben die Meppener reihenweise beste Möglichkeiten. Nicht 50 Treffer müssten in der Bilanz der Meppener stehen, mindestens zehn weitere Tore waren möglich. So gesehen sind die fünf Tore aus dem Havelser Spiel längst wieder verspielt werden.

“Es stimmt tatsächlich”, sagt Gerdes, “je mehr Chancen wir haben, desto mehr verballern wir”. Bei knappen Spielausgängen zeichnet den seit genau einem Jahr in Meppen aktiven Mittelstürmer aus, alle Chancen eiskalt zu nutzen. Je öfter er den Ball in den letzten Spielen einigermaßen freistehend erhielt, desto seltener landete er dann auch im Netz. Es reichte zumeist…

Der gebürtige Emder rückte als 19-Jähriger schon in die Kickers-Regionalligaelf auf, wechselte dann für zwei Jahre nach Pewsum, ehe er dann nach der Emder Rückkehr ins Emsland kam. Hier arbeitet er als Projektleiter bei einem Unternehmen für solare Energiesysteme; der Präsident des SV Meppen, Reinhard Meiners, ist bei der vor zwei Jahren von Werlte nach Baccum umgesiedelten Firma als Geschäftsführer auch im Beruf sein Vorgesetzter.

Mit bisher 13 Treffern – kein Elfmeter dabei – gehört Andreas Gerdes zu den erfolgreichsten Stürmern der Oberliga. Am liebsten sieht er sich zu zweit im Angriffszentrum – im Gespann mit René Wessels. “Zwei echte Spitzen bringen mehr”, meint er. “Sonst grinsen die beiden Innenverteidiger doch nur – und fragen: was willst Du?”. Er würde eine zweite Spitze als Entlastung empfinden. Aber der Trainer denkt da wohl anders – und der Erfolg habe ihm zumeist ja auch Recht gegeben.

Quelle: Emsland Kurier

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