Hüring nach 1:2 des SVM: Uns fehlt ein Zehner
Meppen (hegt) – Drei Tage vor der entscheidenden Weichenstellung auf der Mitgliederversammlung am Dienstag verweigerte die Oberliga-Elf des SV Meppen dem scheidenden Präsidenten Reinhard Meiners das Abschiedsgeschenk. Ober besser: Der 20-jährige Viktor Braininger verhinderte den versprochenen Sieg. Der gebürtige Kasache, groß geworden in Freren und dann über Lingen und Köln im Sommer 2007 in Osnabrück gelandet und dort bekannt geworden durch je einen Hattrick in jeder Halbzeit gegen Lübeck II, nutzte zwei eklatante Schnitzer der SVM-Abwehr. Die Meppener setzten noch einmal nach, bei der brachialen Gewalt der Vorstöße wurde der Kopf aber wenig genutzt. Zudem verweigerte der Dammer Schiedsrichter Andreas Robke den Meppenern nach einer Attacke von Plog an Gerdes den fälligen Strafstoß.
Das vorweg: Der Sieg der ballsicheren und laufstarken Osnabrücker war verdient. Die Elf war homogen besetzt, setzte konsequent die Konter um. Mit Trehkopf, Fuchs und Touré waren zudem Kräfte des Zweitligateams aufgelaufen. Aber trotzdem: Die Meppener Mannschaft hätte auch gegen eine solch forsche junge Truppe gewinnen können.
Wenn Andreas Gerdes seine ersten Möglichkeiten und Stefan Raming-Freesen konsequenter eine Riesenchance genutzt hätten. Das Zuspiel des sich durchtankenden René Wessels landet genau auf dem Kopf von Gerdes, der Ball dann aber an der Latte (22.). Dann wird ein weiterer Kopfball von Gerdes noch von der Linie gekratzt. Kurz darauf das 0:1. “Das musste so kommen”, entfuhr es manchem Zuschauer.
Das 0:2 war erneut die Folge eines dicken Fehlers im diesmal äußerst verwundbaren Abwehrverband, weil Stephan Wille mit Abspiel- und Stellungsfehlern von der ersten Minute an dann auch noch Patrick Schnettberg nervös machte.
Für den Erfolg des jetzt nicht energisch genug einsetzenden Aufbäumens fehlte die ordnende Hand. So gesehen war es typisch, dass ausgerechnet der eingewechselte Abwehrspieler Stefan Lammers in der ersten Nachspielminute zu seinem zweiten Saisontor kam. Es war zu spät.
Die Meppener müssen sich in der Winterpause entscheiden. Trainer Hubert Hüring deutete an, dass der Kader ergänzt werden müsse. “Ein Zehner fehlt”. Dieses Mal probierte er es mit Sebastian Schepers für Leo Homann. “Schepers ist aber noch nicht so clever”, meinte der Coach.
Wenn die Meppener in dieser Saison die Chance des Aufstiegs nutzen wollen, muss die Elf auf einigen Positionen ergänzt werden. Die jungen Kräfte geben ihr Bestes, haben durchweg Perspektive, doch auf lange Zeit und gegen profilierte Teams kommt der ein oder andere an seine Grenzen. Das Formtief von Stefan Raming-Freesen sollte Hüring zudem zur Umstellung nutzen. Gerdes und Wessels waren in der letzten Rückserie als Sturmduo kaum auszurechnen. Dann könnte das Mittelfeld offensiv, vor allem an den Seiten aufgestockt werden. Die fehlende Qualität wäre nicht so augenfällig.
Meppen: Antczak – Wille, Göttsch, Westerveld, Schnettberg (76. Homann) – Wigger (70. Lammers), Dogan – Schepers – Stefan Raming-Freesen (46. Hoppe), Gerdes, Wessels
Osnabrück: Gottwald – Buddecke (81. Samide), Hengelbrock (90. Korte), Plog, Trehkopf – Hartmann, Schiffbänker – Touré, Fuchs – Bernhardt, Braininger (87. Falk).
Tore: 0:1, 0:2 Braininger (41.,56.), 1:2 Lammers (90.).
Quelle: Emsland Kurier





