SSVg. Velbert v SG Wattenscheid 09 5:2 (1:1)
2:5 – AUCH IN VELBERT NICHTS ZU HOLEN
(ms) Die Talfahrt der SG Wattenscheid 09 geht ungebremst weiter. Nach der 2:5-Niederlage in Velbert wartet der NRW-Liga-Aufsteiger seit nunmehr neun Punktspielen auf ein Erfolgserlebnis.
Die krisengeschüttelten Gastgeber hatten nach dem 4:1-Auswärtssieg vor einer Woche in Hamm Morgenluft gewittert. Diesen Elan wollte man unbedingt in die Begegnung gegen Wattenscheid retten, und so wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Rasen im Stadion Sonnenblume bespielbar zu machen. Die Spielfläche präsentierte sich als tief und uneben und überließ im Spielverlauf viele Aktionen dem Zufall.
Die SSVg. erwischte den schwungvolleren Start. Nachdem Luciano Velardi nach neun Minuten eine Schuss neben den langen Pfosten setzte, hatte er nur zwei Minuten später Grund zum Jubel. Mit einem abgefälschten Freistoß aus achtzehn Metern ließ er 09-Keeper Philipp Kunz keine Chance.
Nach dem Rückstand fand die SG 09 allmählich besser ins Spiel. Ein kurioses Tor von Vincenzo Burgio bedeutete nach 27 Minuten den Ausgleich. Von der Strafraumgrenze köpfte er den Ball nach vorn, der sich wie eine Bogenlampe in den Winkel senkte. Wattenscheid blieb in der Folge an Drücker, den gefährlichsten Angriff vor der Pause setzte aber Daniel Nigbur, der mit einem Flachschuss in 09-Keeper Kunz seinen Meister fand (40.).
Durchgang zwei begann für die SG 09 verheißungsvoll. Zum Höhepunkt der Wattenscheider Drangphase gab der Schiedsrichter nach einem Foul an Dimitrios Ropkas einen Elfmeter (55.). Bulut Aksoy, seit seiner Verpflichtung im Sommer aufgrund Verletzung ohne Spielpraxis, war erst zur Pause eingewechselt worden und wollte sich beweisen. Sein Mut jedoch blieb
unbelohnt: der Schuss wurde von SSVg.-Keeper Deuß aus dem linken unteren Eck gefischt. Beinahe im Gegenzug wendete sich das Blatt zu Ungunsten der SG 09 – Enes Kaya erzielte mit einem Kunstschuss das 2:1 für die Gastgeber. Bereits hier schien die Moral der 09er gebrochen. Vor zwei Minuten noch die eigene Führung vor Augen, jagte man nun einem Rückstand hinterher. Zehn Minuten später erhöhten die Gastgeber nach einem abseitsverdächtigen Konter gar auf 3:1 (Nigbur, 67.).
Der in vielen Situationen maßlos überforderte Schiedsrichter brachte die SG 09 wenig später zurück ins Spiel. Das Elfmetergeschenk nach einem zweifelhaften Handspiel ließ sich diesmal der etatmäßige Schütze Farat Toku nicht nehmen (69.). Doch im Zwei-Minuten-Takt klingelte es weiter. In der 71. Minute wieder auf der anderen Seite, als Velbert aus klar abseitsverdächtiger Position durch Steegmann auf 4:2 erhöhte. Wattenscheid blieb in der Offensive bemüht, aber ohne wirkliche Durchschlagskraft. So war markierte schließlich Erdal Eraslan in der 82. Minute mit einem wuchtigen Distanzschuss aus achtzehn Metern den 5:2-Endstand.
Die SG Wattenscheid 09 kommt der Abstiegszone immer näher. Nach einem fulminanten Start in die NRW-Liga wartet der Aufsteiger nun seit dem 21. September (1:0-Sieg in Dattenfeld) auf einen dreifachen Punktgewinn. Alle Hoffnung liegt nun auf dem Nachholspiel gegen den SV Schermbeck, welches am kommenden Mittwoch im Lohrheidestadion ansteht.
Stimmen zum Spiel:
Dirk Helmig (Trainer SG Wattenscheid 09):
“Bei den Platzverhältnissen war klar, dass dieses Spiel nur über den Kampf entschieden werden kann. Nach dem Rückstand haben wir gut reagiert. Wir sind wach geworden und haben viel Druck entwickelt. Nach einer schönen Standardsituation kamen wir zum Ausgleich, der zur Pause auch verdient war. Nach der Pause bekamen wir durch einen schönen Spielzug einen Elfmeter, den wir nicht nutzen konnten. Normal war Toku hierfür vorgesehen. Aber Bulut Aksoy wollte in seinem ersten Spiel Verantwortung übernehmen und sich beweisen, hat sich aber leider nicht belohnt. Danach war ein Knick im Spiel spürbar. Nach dem erneuten Rückstand waren wir nicht mehr in der Lage, das Spiel noch zu drehen. Velbert hat uns kalt erwischt, hat im zweiten Durchgang aus fünf Chancen vier Tore gemacht. Und dass ein Christoph Schmitt sich provozieren lässt und Rot sieht, das darf einfach nicht passieren. Wir müssen nun am Mittwoch gegen Schermbeck nachlegen und drei Punkte einfahren. ”
Peter Kunkel (SSVg. Velbert):
“Wir können nur erstmal die kleine Serie von sechs Punkten aus zwei Spielen genießen. Der Sieg ist verdient, aber wir haben uns lange Zeit schwer getan. 09 hatte über weite Phasen mehr vom Spiel. Wir haben zu viele Chancen zugelassen, haben aber nach dem verschossenen Wattenscheider Strafstoß die Kurve gekriegt und ein paar glückliche Tore gemacht.”
Aufstellungen:
SSVg Velbert: Deuß, Eraslan, Winterpacht, Bestler, Walker, Reucher, Velardi (79. Gensler), Nigbur, Dittrich (46. Kaya), Steegmann, Bach SG Wattenscheid 09: Kunz, Yesilmen, Schweer, Yilmaz, Diaz, Toku, Ropkas (87. Wienecke), Burgio (68. Erdmann), Cekirdek, Daum (46. Aksoy), Schmitt
Tore:
1:0 (11.) Velardi
1:1 (27.) Burgio
2:1 (57.) Kaya
3:1 (67.) Nigbur
3:2 (69.) Toku / Handelfmeter
4:2 (71.) Steegmann
5:2 (82.) Eraslan
Besonderes Vorkommnis:
Aksoy (SG Wattenscheid 09) verschießt Foulelfmeter (55.)
Rote Karte:
Schmitt (SG Wattenscheid 09, 77.)
Schiedsrichter: Cetin Sevinc (Waltrop)
Zuschauer: 438
Nächstes Spiel:
SG Wattenscheid 09 – SV Schermbeck
NRW-Liga – 16. Spieltag (Nachholspiel)
Mittwoch, 10. Dezember 2008, 19:30 Uhr
Lohrheidestadion





