BVC dank Steigerung 3:2-Sieger gegen Lotte

Von Johannes Klinker

Cloppenburg – Ein Mann vieler Worte ist Jörg-Uwe Klütz noch nie gewesen. Nicht früher als Spieler und nun auch nicht als jener Interimstrainer, der den Regionalliga-Fußballern des BV Cloppenburg den richtigen Weg zum Klassenerhalt weisen soll. Gestern beschränkte sich der 40-Jährige Artländer in der Halbzeitpause des Heimspiels gegen SF Lotte rhetorisch einmal mehr auf das Nötigste. Klütz polterte knapp und knackig und fand im Team umgehend Gehör. Der hart erkämpfte 3:2 (1:2)-Heimsieg über SF Lotte verbessert die Chancen im Abstiegskampf erheblich.

„Die erste Halbzeit hat mir überhaupt nicht gefallen. So präsentiert man sich nicht im Abstiegskampf. Die Spieler waren ängstlich und lethargisch – und das hab’ ich in der Pause angesprochen“, meinte Klütz, der 45 Minuten lang von der Bank aus mit ansehen musste, wie die Lotter Sportfreunde das in nahezu allen Belangen bessere Team stellten.

Zwar bot sich den Gastgebern durch Zimmermann (2.) eine erste faustdicke Möglichkeit, die der frühere BVC-Torwart Andre Poggenborg glänzend vereitelte, doch dann übernahm SFL zunehmend die Regie. Geführt vom in der ersten Halbzeit famosen Regisseur Böwing-Schmalenbrock setzten die Gäste den pomadigen Cloppenburgern mehrfach empfindlich zu.

Der aufgerückte Abwehrspieler Zepanski traf freistehend mit einem Kopfball nur die Latte (8.), ehe er nach einem simplen Freistoßtrick und anschließender perfekter Flanke von Dondorf per Kopf die Führung markierte (10.). Torwart Stefan Tilling sah in dieser Szene ausgesprochen unglücklich aus. Der postwendende Ausgleich durch Schops’ fulminanten Weitschuss sollte für eine Veränderung des Spielverlaufs nicht sorgen.

Die lauffreudigen Gäste zeigten weiterhin die bessere Struktur im Spielaufbau, gingen jedoch zu schlampig mit ihren Torchancen um. Immerhin traf Gorschlüter mit tollem Freistoß noch zum 2:1 (25.), nachdem BVC-Manndecker Willen einen eklatanten Fehler in der Ballannahme nur mit einem Foul zu reparieren vermochte, das ihm die fünfte gelbe Karte und damit eine Sperre im Samstag-Heimspiel gegen VfL Bochum II einbrachte.

Die reichlich unerwartete Wende zugunsten Cloppenburgs brachte gleich der erste Angriff: Bernd Gerdes zog den Ball dermaßen zentimetergenau vors Tor, dass Sven Hassler aus kürzester Entfernung keine Mühe hatte, den 2:2-Ausgleich zu erzielen. Überraschend verfielen die bis dahin so souveränen Gäste jetzt in Passivität und Fahrlässigkeit. Defizite, die den immer mutiger werdenden Cloppenburgern die nötigen Freiräume verschafften. Im Mittelfeld riss das starke Duo Schops/Zimmermann das Geschehen immer stärker an sich und der eminent lauffreudige Terzic beschäftigte die SFL-Abwehr unentwegt. Nicht zufällig lieferte Terzic die Vorarbeit zu Zimins 3:2 (67.), das gleichbedeutend mit dem Siegtreffer sein sollte.

Anders als vor der Pause präsentierte sich Cloppenburg in der zweiten Halbzeit mit einer starken Mischung aus Entschlossenheit und Effizienz. Noch rechtzeitig genug hatte BVC-Coach Klütz die größte Schwachstelle in seinem Team beseitigt. Joe Yankson, für gewöhnlich die Zuverlässigkeit in person, lieferte rechts in der Vierer-Abwehrkette eine unterirdisch schwache Leistung ab und musste in der 38. Minute dem dann auf Anhieb deutlich präsenteren Moritz Steidten weichen.

Fazit: Trotz der schwachen ersten Halbzeit bestätigte Cloppenburg insgesamt erneut seinen jüngsten Formanstieg. Die Heimpartie gegen Bochum II avanciert nun zum tollen 2008-Finale.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung

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