„Die besten Biener Jahre kommen noch“

rs Lingen-Biene.-„Wollen die abspecken?“, fragten sich einige Fußballfans, als der SV Holthausen-Biene mit dem Nordhorner Hartmut Johannink einen jungen und im höheren Amateurfußball als Trainer noch unerfahrenen Nachfolger für den im Sommer ausscheidenden Bernhold Nünning präsentierte. „Da muss ich deutlich widersprechen“, reagierte Ehrenvorsitzender Heinz-Georg Wintering, der sich als Teammanager besonders um die Bezirksoberligaelf kümmert, ganz energisch. Das Gegenteil ist eher der Fall. „Ich habe so im Gefühl, die besten Jahre von Biene kommen noch.“

„Wir wollen noch etwas bewegen“, betonte der Großbäcker, als er gemeinsam mit dem geschäftsführenden Vorstand des Vereins den neuen Hoffnungsträger Johannink erstmals in Lingen vorstellte. Drei Jahre haben die Biener immer oben in der Tabelle mitgespielt, den Aufstieg in die 5. Liga aber nicht geschafft. Und auch in diesem Jahr wird es bei acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Oythe schwer, den Aufstiegstraum von Nünning zum Abschied doch noch wahr zu machen. Wenn es nicht klappt, soll im nächsten Spieljahr ein neuer Anlauf genommen werden.
Die Mannschaft dazu soll der neue Trainer jedenfalls bekommen. „Wir werden jetzt mit jedem Spieler sprechen“, sagte Wintering. Alle seien ganz gut zufrieden in Biene. Das Gerippe stehe, und wenn es Veränderungen geben sollte, dann wolle der Verein wenigstens gleich starke neue Spieler holen.

„Wir stehen als Verein voll dahinter und werden den eingeschlagenen Weg mitgehen“, sicherte auch Vorsitzender Reinhard Janning dem künftigen Trainer Johannink uneingeschränkte Unterstützung zu. Denn so nahe lagen sich die großen Vereine der Region (Meppen, Nordhorn, Lingen, Spelle, Biene, Papenburg, etc.) selten.

„Die Erwartungen sind überall hoch“, lässt sich Johannink vom auch für ihn „realistischen Ziel 5. Liga“ nicht schrecken. „Für mich ist es eine große Chance, bei so einem Verein anzufangen“, lobte er das tolle Stadion, die gute Mannschaft und das Umfeld in Biene. Auf den intensiven Meinungsaustausch mit Teammanager Wintering ist er eingestellt, denn er kommt aus einer ebenso fußballbegeisterten Familie. „Ich kenne das nicht anders. Mein Vater (Behrend Johannink, die Red.) war lange Jahre Trainer und Fußballobmann bei meinem Heimatverein Vorwärts Nordhorn“, will der Sohn „kein Einzelkämpfer“ in Biene bleiben.

„Möglichst erfolgreich Fußball spielen und die Mannschaft entsprechend ihren personellen Möglichkeiten einstellen“ möchte der Diplom-Sportlehrer, der es bei Vorwärts als Spieler bis in die Niedersachsenliga gebracht hatte und Wintering schon damals „überzeugt“ hatte. Bis zum 35. Lebensjahr war er für Vorwärts aktiv und spielte u.a. unter den Trainern Willi Lammers, Heinz Westerink und Uli Pruisken. „17 Jahre bei einem Verein“, rechneten die Biener vor. „Das Solide brauchen wir auch.“

Zwei Jahre fungierte Jannink danach als Spielertrainer bei Olympia Uelsen, und nach einem Jahr Pause stieg der im letzten Jahr wieder bei Vorwärts Nordhorn als Trainer der Reserve (Tabellendritter in der Kreisliga) ein. Ein großer Sprung folgt jetzt in die Bezirksoberliga. Heinz-Georg Wintering traut dem 2,02 Meter großen Realschullehrer die Aufgabe sicher zu. „Das ist mehr als Training. Aber er packt das an“, gibt es einen großen Biener Vertrauensvorschuss.

Bis dahin hat Bernhold Nünning das Sagen. Und auch da wird nicht abgespeckt.
 
Quelle: Emslandsport

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