BVC vor 2009-Auftakt

Was bringt der Start im Kölner Karneval?

Cloppenburg (jok) – Als die Fußballer des BV Cloppenburg gestern Nachmittag ihr Hotel im Kölner Stadtteil Hürth erreichten, tobte in den Straßen der Domstadt bereits der Karneval. Die „Pappnasen“ wollen sich die Gäste dennoch nicht aufsetzen lassen, wenn heute Abend von 19 Uhr an die 2009-Premiere bei der zweiten Vertretung des 1. FC Köln ansteht.

Für den Auftritt im altehrwürdigen Franz-Kremer-Stadion glaubt sich der aktuelle Tabellen-15. bestens gerüstet. Umgehend angeknüpft werden soll an die guten Vorstellungen des alten Jahres, als unter der Regie des Trainerduos Jörg-Uwe Klütz/Mario Neumann neun Punkte aus vier Spielen geholt wurden.

Die Cloppenburger Übungsleiter sehen dem Gastspiel bei den im Hinspiel mit 3:1 siegreichen Rheinländern optimisch entgegen – deshalb:

Kader komplett: Von 22 Spielern, die das Cloppenburger Aufgebot maximal umfasst, stünden heute Abend theoretisch deren 21 zur Verfügung. Allein Rekonvaleszent Andreas Langletz muss sich nach nahezu auskuriertem Kreuzbandriss noch zwei bis drei Wochen in Geduld üben, ansonsten hat Chefcoach Klütz die Qual der Wahl gar mit der Konsequenz, dass Joe Yankosn, Norman Seidel und Henning große Macke daheim blieben und mit der zweiten Mannschaft trainieren.

Starker Test gegen 96: Sicher, dass die Vorbereitungsspiele beim Bezirksligisten Ahlhorn und vor allem gegen Regionalligist Hamburger SV II dem winterlichen Wetter zum Opfer fielen, hat auch Klütz nicht gefallen. Aber: „Es bleibt der starke Eindruck aus unserem Spiel gegen Hannover 96. Da haben wir vor allem gegen den Ball sehr gut ausgesehen. Das ist wichtig speziell gegen spielstarke zweite Mannschaften von Bundesligisten“, meint der Coach, in dessen Gunst vor allem ein Spieler deutlich nach vorn geprescht ist: Moritz Steidten.

Der junge Defensivspieler hat sich „weiterentwickelt, ist freier geworden und macht im Training wie im Spiel wenig Fehler“. Kurzum: Steidten beginnt in Köln rechts in der Viererkette, die Christian Willen, Andre Breitenreiter und Dennis Yilmaz komplettieren.

Rosie, der Schleicher: Mit dem von Altona 93 zurückgekehrten Jan-Philipp Rose holten die Cloppenburger lediglich einen Winter-Neuzugang. „Wir kennten Rosie genau. Er wollte gerne zurück und passt ins Gehaltsgefüge“, meint Klütz, der den 23-Jährigen heute Abend den offensiven Part auf der linken Außenbahn spielen lässt. Der einzig „gelernte“ Linksfuß im Kader soll gefährliche Flanken schlagen und sich auch mit in die Angriffe einbringen. „Wir nennen Rosie nur noch den Schleicher, weil er plötzlich vorn auftaucht, ohne dass es einer mitbekommen hat“.

Der Glaube ans Team: Noch im November als „sicherer“ Absteiger gehandelt, haben die Siege gegen Schalke (2:1), Lotte (3:2) und Bochum (4:2) sowie vor allem auch das vielleicht überzeugendste, wenn auch verlorene Spiel gegen Kaiserslautern II (0:1) für eine völlig veränderte Stimmungslage an der Friesoyther Straße gesorgt. Jörg-Uwe Klütz wird nicht müde, die Qualitäten seiner Mannschaft herauszustellen: „Das Potenzial ist da, das war in diesen vier Spielen ganz deutlich zu sehen“. Ein aussichtsloses Himmelfahrtskommando hätte der 40-Jährige kaum angepackt: „Wenn ich gesehen hätte, dass es zwecklos gewesen wäre, hätte ich gar nicht erst weiter gemacht“.

Quelle: Münsterländische Tageszeitung

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