Stadtrivalen freuen sich aufs Derby

VfB Oldenburg will am Sonntag Heimbilanz gegen VfL aufbessern – Anstoß um 15 Uhr

Seit 2004 endeten alle Stadtduelle im Marschwegstadion remis. Sonntag werden bis zu 5000 Zuschauer erwartet.

VON HENNING BUSCH

Oldenburg – Geheimnisse gibt es vor dem prestigeträchtigen Stadtderby zwischen den Oberliga-Fußballern des VfB und VfL Oldenburg an diesem Sonntag (15 Uhr) keine. Beide Teams kennen sich aus dem Effeff, einige Spieler sind unabhängig von den unterschiedlichen Vereinsfarben sogar befreundet. Auch das Ergebnis scheint vorprogrammiert, denn seit 2004 endeten die immer emotionsgeladenen, meist dramatischen, selten aber hochklassigen Duelle der beiden Stadtrivalen im Marschwegstadion stets unentschieden.

Dennoch dürfte sich sowohl bei den Protagonisten auf dem Platz als auch bei den erwarteten 5000 Fußball-Fans am Sonntag die Anspannung bis zum Anstoß von Minute zu Minute steigern. “Die Mannschaft, die am meisten brennt, wird das Derby gewinnen – und das werden diesmal wir sein”, sieht VfB-Trainer Joe Zinnbauer seine Elf nun am Zug, die magere Heimbilanz gegen den VfL endlich aufzupolieren.

“Wir freuen uns auf die Partie beim VfB, bei dem wir bislang immer mithalten konnten”, betont derweil VfL-Trainer Frank Claaßen und fügt hinzu: “Das wollen wir auch diesmal schaffen – und vielleicht reicht es nach 40 Jahren ohne Sieg gegen den VfB ja jetzt sogar zu mehr.”

Während Zinnbauer sicher auf Stefan Malchow (Adduktorenabriss) sowie die Langzeitverletzten Alexander Eckel, René Damerow und Robert Plichta verzichten muss, steht hinter dem Einsatz von Matthias Deumelandt (Innenbandverletzung im Knie) noch ein Fragezeichen. Für Innenverteidiger Malchow bieten sich vor allem Christian Thölking, Leo Baal oder der Ex-VfLer Peer Wegener als Ersatz an. “Alle drei wären gute Alternativen”, bleibt Zinnbauer mit Blick auf die umzuformierende Viererkette gelassen. Für einen Einsatz in der Offensive hat sich Mehmet Koc beim 4:0-Heimsieg gegen Pewsum nicht nur wegen seiner zwei Tore empfohlen.

Dagegen hofft Claaßen am Sonntag auf den Einsatz der angeschlagenen Stefan Noack (Abwehr) und Renke Pflug (Sturm). Dann hätte er alle seine – seit der Winterpause noch beim VfL verbliebenen – Schlüsselspieler für das Derby beisammen. Dabei könnte der torgefährliche und trickreiche Neuzugang Pflug (zuletzt BV Cloppenburg, davor Werder II) bei seinem Saisondebüt in die Rolle des Edeljokers schlüpfen.

Auch der ehemalige VfBer Malte Müller scheint rechtzeitig zum Derby in Form gekommen zu sein und darf sich Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen. “Eine Überraschung in der Aufstellung wird es geben”, sagt der VfL-Coach, hält sich ansonsten jedoch bedeckt.

Was das taktische Grundkorsett der Partie betrifft, ist indes wenig Überraschendes zu erwarten. Schließlich wurden die VfLer bislang für ihre extrem defensive Ausrichtung im Marschwegstadion stets mit einem Punkt belohnt. “Wir müssen uns in der Tat wohl darauf einstellen, dass wir wieder drücken und drücken müssen”, ahnt VfB-Außenverteidiger Paolo Rizzo. “Diesmal wollen wir aber unbedingt gewinnen, um auch weiterhin frei in der Stadt herumlaufen zu können”, fügt er augenzwinkernd hinzu.

“Auch unsere Spieler sind heiß auf das Derby, vor allem die vielen Spieler, die schon mal beim VfB waren”, hält VfL-Stürmer Cüneyt Özkan verbal dagegen.

Quelle: Nordwest Zeitung

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