“Natürlich verabschiede ich mich”

Marek Lesniak kommt noch mal nach Rehden, wo die Trainersuche läuft / Sohn Wojtek bleibt vorerst

Von Malte Rehnert

REHDEN Die Suche nach einem Nachfolger für Marek Lesniak und Interimscoach Jacek Burkhardt läuft beim BSV Rehden auf Hochtouren. Gestern konnte der Vereinsvorsitzende Friedrich Schilling noch keinen neuen Trainer für den Fußball-Oberligisten präsenteieren. Es gebe mittlerweile aber reichlich Bewerbungen, betonte Schilling, der vermutlich in den nächsten Tagen Vollzug melden wird. Lesniak geht das alles nichts mehr an. Der 45-Jährige ist inzwischen wieder zu Hause und auf der Suche nach einem neuen Trainerjob. Wie die Chancen stehen und was aus seinem Sohn Wojtek wird, verrät er im Interview.

Herr Lesniak, wo sind Sie und was machen Sie?

Ich bin in meinem Haus in Leverkusen, war heute schon beim Arbeitsamt und habe mich arbeitslos gemeldet. Gestern habe ich hier schon den Keller aufgeräumt, nachher gehe ich wohl noch ein bisschen in den Garten. Die Zeit habe ich ja jetzt.

Wie geht’s Ihnen nach der Trennung vom BSV Rehden?

Ganz ehrlich? Nicht gut. Ich denke, das ist klar, wenn man seinen Job verliert. Ich habe mich aber sehr gefreut, dass einige meiner ehemaligen Spieler mich angerufen haben – das heißt schon was.

Was denn?

Dass die zwei Jahre etwas Besonderes waren, eine schöne Zeit. Die Rehdener haben mich damals aus der Arbeitslosigkeit geholt. So etwas vergisst man nicht so schnell.

Jetzt sind Sie wieder ohne Job. Was ist für Sie neben der sportlichen Misere der Hauptgrund, dass die Zusammenarbeit vorzeitig endete?

An mangelndem Respekt hat’s nicht gelegen. Was ich gesagt habe, haben die Jungs auch gemacht. Irgendwann ist aber eben ein gewisser Verschleiß da. Womöglich habe ich auch den Fehler gemacht, zu nah an den Spielern dran gewesen zu sein. Der Abstand war am Ende wohl nicht mehr so groß, wie er sein muss.

Die Trennung wurde dann zwar als “einvernehmlich” deklariert, ging aber eher vom Verein aus. Haben Sie Verständnis für den Club?

Wenn’s sportlich nicht mehr läuft, geht der Trainer. Das ist doch normal. Es tut weh, aber ich muss damit leben. Das Kapitel Rehden ist jetzt zu. Natürlich werde ich mich aber noch von den Jungs verabschieden – und von all denen, die mir in den zwei Jahren geholfen haben, von Friedrich Schilling und den anderen Verantwortlichen. Das gehört sich einfach so. Deshalb bin ich auch am Samstag da (beim Rehdener Heimspiel gegen Leer, Anm.d.Red.) .

Ihren Job neben der Trainertätigkeit in Rehden haben Sie bereits aufgegeben – Ihre Wohnung auch schon?

Nein, Wojtek wohnt ja noch da. Ich hatte ohnehin nur ein paar Sachen – die habe ich mitgenommen. Wojtek bleibt aber auf jeden Fall bis zum Ende der Saison und spielt weiter für Rehden.

Und danach?

Mal sehen. Bisher sind zwei Vereine interessiert, die ihn zuletzt auch schon beobachtet haben. Vielleicht weiß ich in ein, zwei Wochen mehr.

Wann klärt sich Ihre eigene Zukunft?

Hoffentlich schnell. Ich war schon mal über ein Jahr arbeitslos und weiß, wie schwierig das ist. Ich muss bald wieder ‘was haben – je schneller, desto besser. Sicher nicht morgen oder übermorgen, aber vielleicht in den nächsten Wochen. Ich würde auch wieder als ,Feuerwehrmann’ arbeiten, wenn’s bei einem Verein passt.

Hilft jemand bei der Suche nach einem neuen Club?

Ich werde in den nächsten Tagen mit Reiner Calmund sprechen, den ich aus meiner Leverkusener Zeit noch sehr gut kenne. Vor ein paar Wochen waren wir mal zusammen Essen. Er hat unheimlich viele Kontakte. Vielleicht bringt das ‘was.

Quelle: Diepholzer Kreisblatt

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