Oberliga Niedersachsen West

Ein Trainer, der eigentlich keiner sein wollte

Eintracht-Coach Shefqet Lajci steuert mit seiner Mannschaft auf Regionalliga-Kurs

Der 47-Jährige liebt das schnelle Offensivspiel in die Spitze und trägt sein Herz auf der Zunge. Die Grafschafter Kreisstadt Nordhorn ist für den Kosovo-Albaner nach mittlerweile 18 Jahren zur zweiten Heimat geworden.

Von Martin Lüken

Nordhorn. Es war nach dem Oberliga-Derby zwischen dem SV Meppen und Eintracht Nordhorn: SVM-Trainer Hubert Hüring ging in seinem Statement zum Spiel zunächst auf die Ausführungen seines Nordhorner Kollegen ein: „Jetzt sehen Sie, warum ich Shefqet Lajci so schätze – er ist voller Emotionen.“ Die Aussagen des Eintracht-Trainers bei Pressekonferenzen haben oft viel Unterhaltungswert. Lajci versprüht südländisches Temperament, trägt sein Herz auf der Zunge und sagt auch dann geraderaus, was er denkt, wenn er damit aneckt. Doch auch wenn der 47-jährige Kosovo-Albaner äußerlich als Polterer rüberkommt und zugibt, schnell zu explodieren, so sagt er doch über sich selbst: „Ich bin ein sensibler und emotionaler Trainer.“ Intern, so Lajci, „bin ich ruhiger“. Und wer sich länger mit dem Fußball-Lehrer unterhält, lernt diese Facette durchaus kennen.

Lajci ist ein Trainer, der eigentlich gar keiner sein wollte. Als Hubert Hüring, sein damaliger Übungsleiter beim SV Eintracht, in den 90-er Jahren anregte, der Angreifer solle doch einen Trainerschein machen, reagierte der zunächst mit Ablehnung. „Ich habe gesagt, dass ich nicht der Typ dafür bin und dass ich Trainer hasse“, berichtet der Eintracht-Coach, der mit seiner Mannschaft derzeit auf Regionalliga-Kurs steuert. In Nordhorn ist Lajci heimisch geworden, die Grafschafter Kreisstadt, in der er seit knapp 18 Jahren wohnt, bezeichnet er als seine „zweite Heimat“ – und auf dem Handy des Übungsleiters prangt ein Eintracht-Vereinswappen.

Als der leidenschaftliche Fußballer, der über ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium verfügt, dann doch auf den ersten Ebenen mit der Trainerausbildung begonnen hatte, wollte er diese unbedingt durchziehen. „Alles, was ich anfange, will ich zu Ende machen – ich bin ein heißer Typ“, sagt Lajci. So machte er den B-Schein, die A-Lizenz und schloss sogar den Fußball-Lehrer-Lehrgang ab.

Seine Spieler dürfen ihn mit seinem Spitznamen „Opa“ ansprechen – ein Autoritätsproblem resultiert für den 47-Jährigen daraus nicht. Er meint: „Sie wissen ganz genau, wo die Grenze ist.“ Und wenn diese dann doch überschritten wird? „Dann muss man sofort das Gespräch suchen“, sagt der Eintracht-Trainer. Wichtiger als die Frage, wie ihn seine Schützlinge nennen, ist die Leistung. Lajci: „Die Spieler sollen 90 Minuten guten Fußball zeigen.“

Die Nordhorner Oberliga-Fußballer spielen unter Lajcis Regie erfrischenden Offensivfußball, kassieren im Gegenzug aber auch eine Menge Tore. So lange der Ertrag stimmt, kann der Fußball-Lehrer damit leben. „Mit ist ein 7:6 lieber als ein 1:0. Die Zuschauer kommen ins Stadion, um Tore zu sehen“, meint Lajci. Er liebt schnelles Kurzpassspiel in die Spitze. Das Gegenteil, lange Bälle in die gegnerische Hälfte, nennt er „klopfen“ – und kann es gar nicht leiden.

Seine Spieler sollen auch deshalb das Risiko suchen, weil Lajci immer gewinnen will; Unentschieden mag er überhaupt nicht. So ist es wohl kein Zufall, dass in der bislang beeindruckenden Saisonbilanz der Nordhorner lediglich ein Remis zu finden ist; ansonsten stehen 17 Siegen lediglich vier Niederlagen gegenüber. Allerdings sind die Nordhorner mittlerweile in der fünften Liga beheimatet. Die Rückkehr in die Viertklassigkeit ist ein Ziel, das den Fußball-Lehrer reizt. Doch den 47-Jährigen fasziniert nicht nur die Regionalliga an sich, er mag grundsätzlich Herausforderungen – und geht sogar noch weiter: „Ich liebe Widerstände.“

Quelle: Grafschafter Nachrichten

 

VfB verliert ersten Konkurrenten

FUBBALL-OBERLIGA Bavenstedt beantragt keine Lizenz – Langenhagen am Marschweg

Die Gäste gewannen vier ihrer letzten fünf Spiele. Joe Zinnbauer kann personell aus dem Vollen schöpfen.

VON HENNING MENKE

OLDENBURG – Da waren‘s nur noch drei: Der Vierkampf in der Fußball-Oberliga um den Regionalliga-Aufstieg ist zum Dreikampf mutiert. Der SV Bavenstedt hat seine Lizenzunterlagen nicht beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Frankfurt eingereicht und ist damit keine Gefahr mehr für den VfB Oldenburg und den SV Meppen. Ob aus dem Dreikampf noch ein Duell wird, ist derzeit noch ungewiss. Denn im Zusammenhang mit dem Lizenzantrag Eintracht Nordhorns soll es Unregelmäßigkeiten gegeben haben.

Seine Spiele gewinnen muss der VfB Oldenburg aber immer noch selbst, so auch an diesem Sonntag (15 Uhr, Marschwegstadion) gegen den erstarkten SC Langenhagen. „Zumal wir ja selbst als möglicher Meister noch lange nicht in der Regionalliga wären“, sagt VfB-Trainer Joe Zinnbauer und spielt auf die erforderlichen Relegationsspiele gegen den Meister der Oststaffel an.

Der SC Langenhagen ist seit fünf Spielen ungeschlagen und holte dabei vier Siege. Außerdem machte die Mannschaft im Laufe der Saison mit Achtungserfolgen gegen Spitzenclubs (4:3-Sieg beim SV Meppen, 1:1 beim SV Bavenstedt) auf sich aufmerksam. Vor allem der erst 21-jährige Offensivspieler Georg Schwarz – zuletzt Siegtor schütze beim 1:0 in Rehden – wird im Team von Coach Hilger Wirtz von Elmendorff zu beachten sein. „Der macht acht Tore aus dem Mittelfeld heraus. Das ist nicht ohne“, weiß Joe Zinnbauer. „ Es ist schon gutes Material, das da bei Langenhagen auf dem Platz steht.“

Fürchten brauchen die Oldenburger derzeit jedoch keinen Gegner – vor allem nicht zu Hause. Am Marschweg erreichte der Tabelhenführer in zwölf Begegnungen drei Remis und neun Siege. Außerdem dürfte der 4:0-Sieg im Spitzenspiel beim TSV Havelse am vergangenen Wochenende für weiteres Selbstbewusstsein gesorgt haben und auch in den Hinterköpfen der Gäste aus Hannover eine bedeutsame Rolle spielen. Im Hinspiel vergab Oldenburg allerdings beste Chancen und spielte nur 0:0.

Personell ist der VfB derzeit auf Rosen gebettet. Zwar waren Sebastian Ghasemi-Nobakht und Robert Plichta zuletzt angeschlagen, werden aber wie der Rest des Kaders am Sonntag spielen können. Daher ist sich Zinnbauer auch sicher: „Wir werden eine gute Leistung abrufen.“

Quelle: Nordwest Zeitung

 
TuS Lingen: Vorstoß in unbekannte Gefilde?

um Lingen.-Der TuS Lingen hat sich mit dem Heimsieg gegen Wilhelmshaven die Chance erarbeitet, erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge zu verlassen. Nachlegen heißt die Aufgabe am Sonntag ab 15 Uhr im nächsten Kellerduell beim TuS Pewsum, der nur einen Zähler mehr aufweist als die Emsländer.

Im günstigsten Fall können die Lingener bis auf Rang zwölf vorrücken. Die letzten sieben Teams machen die fünf Absteiger unter sich aus. Hameln auf Rang elf hat schon elf Punkte Sicherheitsabstand.

„Wir müssen jetzt einen draufsetzen“, heißt die klare Forderung von Lingens Trainer Georg Schultejans, der trotz zweiter Rückrundensiege die gute Stimmung vermisst. Beim TuS herrscht noch die Skepsis vor – fast als könnten die Spieler noch immer nicht glauben, dass der Klassenerhalt doch noch möglich ist. Schultejans bemüht sich, Positives in den Vordergrund zu rücken. „Wir können mit jedem Gegner mithalten und brauchen uns nicht zu verstecken“, stellt der Herzlaker fest, der am Sonntag über noch mehr personelle Alternativen verfügt.

Den Gegner, der zuletzt sechsmal in Serie verloren hat, hat Schultejans gegen Osnabrück beobachtet. „Viererkette, kompaktes Mittelfeld, agile Spitzen“, beschreibt er die Krummhörner. Auf dem engen Platz erwartet er ein echtes Kampfspiel und reichlich Stimmung von den Rängen.

Der TuS-Coach hegt keine Zweifel, dass sein Team das Potenzial zum Klassenerhalt hat. Ein Erfolg in Pewsum würde noch mehr Mut machen und die Perspektive klar aufzeigen. Schultejans ist sicher, dass mit dem Team noch mehr möglich ist, eine Demonstration lieferten Manuel Wittmoser als Chef der Innenverteidigung und Josef Arning, der in der ungeliebten Rolle des Stürmers mit allen Freiheiten ausgestattet ist. „Kampf und Einstellung müssen stimmen“, fordert der Trainer. Da das Leistungsvermögen zurzeit noch unter 100 Prozent sei, müsse die Einstellung entsprechend weit darüber liegen. „Dann passt es“, macht der Coach die Rechnung auf, wie sein Team in Gefilde vorstoßen kann, die in dieser Saison noch unbekannt sind.

Quelle: Emslandsport

 

„Da ist noch alles möglich“

um Meppen.-„Ein Einstand nach Maß, aber ein Sieg des SV Meppen wäre noch besser gewesen“, sagt Bernd Grotlüschen. Bei Arminia Hannover (3:3) stand er gerade fünf Minuten auf dem Feld, als er fast wie im Märchen sein erstes Tor für seinen neuen Verein schoss. Weitere sollen folgen – möglichst schon am Sonntag im Heimspiel gegen den TSV Havelse (17 Uhr).

Seit Ende Januar hält sich der gerade 24-jährige Stürmer fit beim SVM, der vorsorglich eine Spielberechtigung beantragte. „Natürlich habe ich gehofft, dass ich meine Chance bekomme“, sagt Grotlüschen, der als A-Junior 2002 von Aurich zu Kickers Emden kam (vorher war er in Wiesmoor aktiv). „Im Aufstiegsjahr in die Regionalliga habe ich 33 von 34 Spielen gemacht“, erinnert er sich an einen fast kometenhaften Aufstieg. Jäh gebremst von Verletzungspech: Im Oktober 2005 riss das Kreuzband. Als er gerade wieder fit war, brach die Kniescheibe. 15 Monate, erinnert sich der Spieler, musste er zuschauen. Mit intensiver Arbeit in der Reha stemmte sich „Bernie-Bomber“, wie er auf der Emder Homepage genannt wird, gegen das drohende Karriereende. Erfolgreich. Allerdings kam Grotlüschen, der noch in Emden wohnt, insgesamt in drei Jahren nur zu neun Regionalliga-Einsätzen bei den Kickers.

„Ich wollte mehr Spielpraxis, also bin ich eine Liga runter gegangen“, begründet Grotlüschen den Wechsel zum SVM-Rivalen VfB Oldenburg, wo er nicht glücklich wurde. 13 Kurzeinsätze, meist „wenn es eng wurde“. Mehr nicht. „Ich war total unzufrieden. Das hatte mit dem Trainer zu tun“, hat er das Kapitel VfB, für den er im Spiel gegen Meppen nicht zum Einsatz kam, abgehakt. Der bissige, kampfstarke Stürmer, der nie aufgibt, startet in Meppen einen neuen Angriff. Er fühlt sich wohl, kann sich vorstellen, dass er länger bleibt, und hat den Aufstieg in dieser Serie noch nicht abgeschrieben. „Da ist noch alles möglich.“

„Wenn wir noch was nach oben machen wollen, müssen wir das Heimspiel gegen Havelse gewinnen. Wir dürfen nicht mehr viel abgeben“, erklärt SVM-Trainer Hubert Hüring, der die „dusseligen Fehler“ seines jungen, aber heißen Teams als Handicap sieht. Ziel bleibt das „Endspiel“ gegen den VfB Oldenburg.

Gegen die auswärtsstarken Havelser hat der SVM wegen der Spielabsage im Herbst noch eine Rechnung offen. Beim Begleichen kann Grotlüschen helfen, zumal Stephan Wille und Hüseyin Dogan wohl ausfallen. „Er bringt Erfahrung und Routine mit und passt ins Konzept,“ sagt Hüring. Fehlen nur noch weitere Erfolgserlebnisse…

Quelle: Emslandsport

 
„Der Dreier muss hierbleiben“

bec Osnabrück.-Der Achte gegen den 15., der Zehnte gegen den 18: Was nach zwei Pflichtsiegen aussieht, kann täuschen, wie nicht nur Jürgen Gessat als Trainer des SV Bad Rothenfelde vor dem Auftritt seines Teams sowie der Reserve des VfL Osnabrück am 26. Spieltag in der Fußball-Oberliga empfindet.

Die Rothenfelder wissen um die Pflicht (Gessat: „Der Dreier muss hier am Platz bleiben“), aber auch um die Gefahr, wenn es gegen Schlusslicht Heessel geht, was vor einer Woche die VfL-Reserve beim 5:3 erkannte. „Die sind auf Tuchfühlung und noch nicht abgeschlagen“, sagt Gessat über den Gast am Sonntag (15 Uhr, heristo-Sportpark). Dabei steht zumindest Dimitri Vollmer als Alternative bereit, wenn es weiter „ohne fünf“ geht, um den guten Trend der Rückrunde mit nur einer Niederlage in sechs Spielen zu bestätigen. „Personelle Enge hat jeder mal. Da muss man durch“, lautet das Credo des SVR-Trainers.

Kollege Joe Enochs setzt heute (15 Uhr, Klushügel) gegen Arminia Hannover gerne wieder auf den Abschluss, aber nicht erneut auf das Einfangen von Toren wie vor einer Woche beim 5:3 gegen Heessel. Den „Blauen“, wie die Arminen im Gegensatz zu den „Roten“ (96) in Hannover genannt werden, steht das Wasser im Tabellenkeller bis zum Hals bei nur drei Punkten vor Heessel. Also ist höchste Konzentration angesagt bei den Lila-Weißen, um nachzulegen.

Quelle: Neue OZ

 

 
Trainergespann startet Abschiedstournee in Hameln

FUBBALL-OBERLIGA VfL Oldenburg tritt diesen Sonnabend bei Preußen an – Gegner stark im Aufwind

VON HENNING MENKE

OLDENBURG – Am Montag erfuhr die Mannschaft vom Abschied ihrer Trainer Frank Claaßen und Ulf Kliche zum Saisonende. An diesem Sonnabend müssen die Oberliga-Fußballer des VfL Oldenburg nun beweisen, dass sie die Unruhe im Verein wegstecken können. Anpfiff im Weserberglandstadion von Preußen Hameln ist um 15.30 Uhr.

„Das wird kein Spaziergang“, prophezeit VfL-Trainer Frank Claaßen. „Da wir in Hameln spielen, sind wir sicher nicht der große Favorit.“ Dies verdeutlicht die bisherige Rückserie. Während die Oldenburger weiter auf den zweiten Sieg im Jahr 2009 warten, weisen die Preußen mittlerweile eine ganz starke Bilanz auf: Vier ihrer sechs Partien entschieden sie für sich. Beim VfL Osnabrück II (4:1), gegen den TuS Lingen (3:0), gegen den TuS Pewsum (2:0) und kürzlich beim VfV Hildesheim (2:0) wurde gewonnen. Selbst bei ihren beiden Niederlagen mit 2:3 gegen den SV Bavenstedt und 3:5 bei Eintracht Nordhorn machten die Spieler von Trainer Alexander Kiene einen guten Eindruck.

In die Karten spielen dürfte den Oldenburgern, dass in Preußen-Kapitän Dennis Offermann der mit neun Treffern erfolgreichste Torschütze der Gastgeber gesperrt ausfällt. Beim Sieg über Pewsum hatte der 29-Jährige nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen.

Im Falle einer Niederlage droht dem VfL jedoch ein weiteres Abrutschen in der Tabelle. Mit 32 Punkten belegt Oldenburg derzeit Platz neun. Hameln (29 Zähler) kann die Claaßen-Elf zwar
auch mit einem Heimsieg nicht überholen, doch zumindest nach Punkten gleichziehen.

Allerdings hat der Tabellenzehnte SV Bad Rothenfelde (32 Zähler) am Sonntag (15 Uhr) den Letzten Heesseler SV zu Gast und könnte den VfL mit einem Sieg überflügeln. „Aber Heessel hat dort noch lange nicht verloren“, sagt Claaßen. „Die sind unberechenbar.“

Zudem tritt der VfL-Coach die Reise nach Hameln durchaus optimistisch an. „Bis auf den Langzeitverletzten Wöhlecke sind alle Spieler fit. Es herrscht großes Gedränge“, erklärt er. „Wir werden in Hameln wieder etwas offensiver spielen. Nach vorne muss jetzt endlich mal mehr passieren“, sagt Claaßen, der aber um die Stärken der Preußen weiß. „Hameln ist sehr geordnet, kompakt und zeigt Geschlossenheit. Das 2:0 in Hildesheim kommt nicht von ungefähr.“

Dennoch ist die Zeit für den zweiten VfL-Sieg reif.

Quelle: Nordwest Zeitung

Comments are closed.