„Der geht auf kaltes Eisen . . .“
ab Osnabrück.-Der Respekt vor der Hauptperson ist genauso riesig wie die Vorfreude auf das Fußballmatch. 376 Einsätze hat Joe Enochs zwischen 1996 und 2008 für den VfL Osnabrück bestritten, damit ist er Rekordspieler des bald 110 Jahre alten Clubs. Am Samstag (18 Uhr) steigt in großem Rahmen das Abschiedsspiel für den 37-Jährigen, wenn eine von Enochs zusammengestellte Auswahl langjähriger Weggefährten auf eine Kreisauswahl trifft. Wir haben Meinungen über den Prototypen des Kämpfers und seine Farewell-Partie eingeholt:
Dr. Dirk Rasch, VfL-Präsident: „Es ist an sich ja schon außergewöhnlich, dass ein ehemaliger Bodybuilder aus der Steiermark Gouverneur von Kalifornien wird. Aber dass ein Kalifornier eines Tages Rekordspieler des VfL Osnabrück werden würde, hätte ich nie für möglich gehalten. Ich weiß noch, als damals Gerd-Volker Schock zu mir kam und sagte: ‚Wir haben da einen Amerikaner geholt. Der geht auf kaltes Eisen.‘ Aber Joe ist ja nicht nur ein leidenschaftlicher Fußballer, sondern auch sehr angenehm im Umgang und intelligent. Er macht sich über den Fußball hinaus Gedanken, wir haben viele interessante Gespräche gehabt.“
Claus-Dieter Wollitz, VfL-Trainer und Enochs-Coach von 2004 bis 2008: „Joe hat in den Spielen immer alles für seinen Arbeitgeber gegeben. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.“
Wolfgang Schütte, von 1998 bis 2007 an der Seite von Enochs und Zimmerpartner bei Auswärtsspielen: „Auch wenn wir irgendwie Konkurrenten waren, so stimmte doch von Beginn an die Chemie zwischen uns. Seine Eigenschaften? Joe ist ehrgeizig, charakterfest und ehrlich. Und mir zu einem echten Freund geworden. Wir treffen uns noch immer einmal die Woche, aber ich freue mich natürlich auch darauf, die Jungs wiederzusehen, die Joe eingeladen hat.“
Uwe Brunn, VfL-Torwartlegende und Enochs’ Vorgänger als Rekordspieler: „Leidenschaft und Hingabe, die volle Identifikation mit dem, was er macht – das fällt mir spontan zu Joe ein. Und sicherlich auch der Aufstieg 2000 mit einer Mannschaft, die stark zusammengehalten hat. Schon damals hatte sich Joe als Führungsspieler etabliert. Ich habe mich auf das Spiel am Samstag in den letzten Wochen vorbereitet, passe mittlerweile wieder ins Trikot und hoffe, dass ich trotz meiner Knieprobleme mindestens eine Halbzeit spielen kann. “
Christian Claaßen, von 1998 bis 2004 VfL-Torjäger: „Joe hat von Natur aus diesen Team-Spirit, er ist nie link oder hinterhältig gewesen. Auf dem Spielfeld war er immer der Mr. Zuverlässig – und er hat sich ja auch fußballerisch noch weiterentwickelt, konnte auch mal den tödlichen Pass spielen, nachdem wir ihn ja zunächst als reinen Zerstörer kennengelernt haben. Ich habe die Fußballschuhe im vergangenen Sommer an den Nagel gehängt, denke aber, dass es am Samstag schon gutgehen wird. Es sind ja viele Klassefußballer dabei.“
Ansgar Brinkmann, 2000/2001 Teamgefährte von Enochs und heute mit seinem Abschiedsspiel in Bielefeld an der Reihe: „Wenn der Joe auf dem Rasen war, egal ob in Spiel oder Training, hat er alles andere ausgeblendet, es hat ihn nichts anderes interessiert. Da haben wir dieselbe Blutgruppe.“
Quelle: Neue OZ





