„Wir müssen uns eine Philosophie erarbeiten“

mir Meppen.-Zur neuen Saison übernimmt mit Hans-Dieter Schmidt ein Trainer-Urgestein des emsländischen Fußballs den Bezirksoberligsten Blau-Weiß Papenburg. Im Interview spricht der bisherige sportliche Leiter des Vereins über seine neue Aufgabe.

Herr Schmidt, Sie sind 61 Jahre alt, haben als Trainer die Welt gesehen. Warum setzen Sie sich in der sechsten Liga auf die Bank?

Weil ich hier zu Hause bin. Von Meppen aus sind es 35 Minuten. Zudem haben mich Klassen nie interessiert, sondern Aufgaben. In Papenburg gab es noch nie eine Fußball-Euphorie, obwohl die Größe der Stadt stimmt, eine gute Jugendarbeit da ist.

Vergangenen Freitag gab es Irritationen: Sie wollten nicht bestätigen, dass Sie Trainer werden, obwohl der Verein das schon getan hat.

Ich kann erst etwas bestätigen, wenn es in trockenen Tüchern ist.

Ihr zukünftiges Team spielt als Aufsteiger eine gute Saison, zuletzt gab es jedoch Rückschläge. Woran fehlt’s?

Eine schwächere Zeit ist für einen Aufsteiger normal. Die Spieler sind Amateure mit Berufen, in denen sie auch körperlich gefordert sind. Wenn unter der Woche Spiele sind, merkt man das sofort.

Wo wollen Sie demnächst Akzente setzen?

Wir müssen uns eine Philosophie erarbeiten – was wir können und wollen. Mit unseren Mitteln müssen wir sparsam umgehen, die sind beschränkt. Aber gerade dann kann man kreativ sein. Geld kann die Gedanken auch zuschütten. Es geht darum, bessere Rahmenbedingungen zu erarbeiten, den Jugendbereich auszubauen.

Was ist für Blau-Weiß Papenburg generell möglich?

Die Lage im Norden des Emslandes ist ein Standortnachteil, weil viele lange Fahrten mit enormen Kosten entstehen – nicht nur für die Senioren. Aber wenn man hier eine Euphorie entfacht, ist viel möglich, es gibt ein gutes Umland. Vermessen darf man nicht sein und sich mit dem SV Meppen vergleichen – aber zweite oder dritte Kraft im Emsland, das ist für den Verein möglich.

Ihr Vertrag läuft ein Jahr – in dieser Zeit wollen Sie das schaffen?

Das ist unabhängig von meiner Person. Es geht darum, Anstöße zu geben, neue Strukturen zu schaffen und alte aufzubrechen, damit das in der Zukunft von selbst funktioniert.

Wie lange wollen Sie in Papenburg bleiben?

Mal sehen. Schuhe zubinden, das klappt noch. Vielleicht gehe ich noch einmal ins Ausland. Aber jetzt geht es darum, jungen Leuten zu helfen, damit sie sportlich erfolgreich sind.

Quelle: Emslandsport

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