Lange am Unentschieden geschnuppert
Starker Eintracht-Auftritt beim 1:3 im Freundschaftsspiel gegen Dortmund
Die Nordhorner Oberliga-Fußballer verkauften sich wieder gut gegen einen Bundesligisten – und gingen vor 4800 Zuschauern im Eintracht- Stadion sogar durch einen sehenswerten Schuss von Torben Rattelsdorfer mit 1:0 in Führung. Für eine mutige Vorstellung gab es ein gutes Ergebnis und viel Lob von den Gästen.
Von Martin Lüken und Holger Wilkens
Nordhorn. Fußball-Oberligist Eintracht Nordhorn hat das Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund mit 1:3 (1:1) verloren. Gegen die Remis-Könige aus der Bundesliga (der BVB hat in 25 Spielen 13-mal unentschieden gespielt) schnupperten die Grafschafter lange am BVB-Standardergebnis. Wie schon im DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen ließ Eintracht- Trainer Shefqet Lajci seine Mannschaft mutig nach vorne spielen. „Die Nordhorner haben gut mitgespielt, vor allem am Anfang. Sie haben ein gutes Aufbauspiel gehabt, den Ball gut laufen lassen – ein Kompliment an die Mannschaft“, sagte Nationalspieler Sebastian Kehl.
Der engagierte Auftritt der Gastgeber wurde in der 25. Minute mit dem Führungstreffer belohnt: Zoran Milosevic legte einen Freistoß an der Dortmunder Grundlinie zurück in Richtung Strafraumgrenze, von wo Torben Rattelsdorfer ungehindert abziehen konnte – der Ball schlug zur Führung der Nordhorner im von Marc Ziegler gehüteten BVB-Tor ein.
Ziegler war gestern einer von sieben Bundesliga-Profis, die in der Anfangsformation der Dortmunder standen. Deren Offensivabteilung war gestern der Kategorie „Jugend forscht“ zuzuordnen, denn BVB-Coach Jürgen Klopp gab in Nordhorn dem Sturmnachwuchs eine Chance. Mit Mario Götze stand 80 Minuten lang sogar ein B-Jugendspieler auf dem Platz, der in der 37. Minute sogar den Ausgleich für die Borussia erzielte. Götze schloss überlegt aus etwa 14 Metern ab – da war auch Eintracht-Keeper André Lange ohne Chance, der zuvor einige Male bereits gut pariert hatte.
Mit dem 1:1-Unentschieden hatten sich die Nordhorner ein beachtenswertes Ergebnis zur Pause verdient, das auch nach dem Seitenwechsel noch einige Zeit Bestand hatte. Als der eingewechselte Eintracht-Torhüter Jean-Phillipe Verheyden in der 57. Minute im Strafraum gegen Kehl abtauchte, roch es nach Strafstoß, doch Schiedsrichter Daniel Niemeyer ließ weiterspielen – ganz zum Leidwesen von BVB-Trainer Jürgen Klopp, der wenig später den zweiten Treffer seiner Mannschaft sah: Michael Oscislawski wurde gegen die aufgerückte Hintermannschaft der Nordhorner in die Tiefe geschickt, umkurvte Verheyden und vollendete zur 2:1-Führung des Bundesligisten (68.). Dass dies nicht auch der Endstand war, hatte ein weiterer Einwechselspieler zu verantworten: Marcel Großkreuz traf in der 88. Minute zum 3:1-Endstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten längst die Wechselspiele eingesetzt, denn beide Trainer ließen möglichst viele Spieler zum Zug kommen.
Am Ende waren alle zufrieden: Die Nordhorner freuten sich über einen guten Auftritt samt achtbarem Ergebnis und auch der BVB hatte alle seine Ziele erreicht – im Spielrhythmus geblieben, Talente eingesetzt und keine Verletzten. Jürgen Klopp stellte aber noch etwas anderes heraus: „Wir sind richtig gefordert worden.“
Eintracht Nordhorn: Lange (46. Verheyden) – Peschke (52. D. Baysoy), Vrielmann, Bensch (80. Terdenge), Rattelsdorfer – Milosevic (88. Kurpali), Novaku, Arend – Kaplan (84. Cayli), Nacar, Brode (73. Ö. Baysoy).
Borussia Dortmund: Ziegler – Dede, Santana, Sobiech, Owomoyela – Kehl, Kringe (66. Vrzogic), Tinga (75. Großkreutz) – Omerbegovic (46. Oscislawski), Götze (80. Lorenz), Schneider (55. Boztepe).
Tore: 1:0 Rattelsdorfer (25.), 1:1 Götze (37.), 1:2 Oscislawski (68.), 1:3 Großkreuz (88.).
Schiedsrichter: Daniel Niemeyer (Vorwärts Nordhorn).
Zuschauer: 4800 im Eintracht-Stadion.
Quelle: Grafschafter Nachrichten





