Eintracht: Arnold tritt zurück
Klubchef zieht Konsequenzen
Der Vorsitzende begründet seine Entscheidung damit, dass die Möglichkeit zur vertrauensvollen Zusammenarbeit nach den Reaktionen von Vereinsmitgliedern und der ersten Fußball-Mannschaft in Zusammenhang mit dem verpatzten Lizenzantrag für die Regionalliga nicht mehr gegeben war. Außerdem sagt er: „Wir müssen zur Normalität zurückkehren.“
Von Martin Lüken
Nordhorn. Andreas Arnold tritt mit Ablauf des heutigen Tages als Vorsitzender des SV Eintracht Nordhorn zurück. Das teilte der Klubchef gestern in einem Gespräch mit den GN mit. Auslöser waren Reaktionen auf den verpatzten Lizenzantrag für die Fußball-Regionalliga, für den der Vereinsvorsitzende die Verantwortung übernommen hatte. „So wie darauf reagiert wurde, ist eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich“, sagte Arnold und fügte hinzu, er mache den Weg frei, damit ein Nachfolger unbelastet die Geschäfte führen könne. „Ich trete zurück, um das Thema endgültig zu beenden. Wir müssen Ruhe haben und zur Normalität zurückkehren“, sagte Arnold. Er betonte, dass der Verein zum Zeitpunkt seines Rücktrittes keine Verbindlichkeiten aus dem Spielbetrieb und keine Rückstände bei öffentlichen Institutionen wie dem Finanzamt oder Krankenkassen habe.
„Für den Verein ist es der einzig richtige Schritt, obwohl es mir für Andreas Arnold leid tut“, sagte Reinhard Gebbeken, einer von zwei 2. Vorsitzenden des Vereins. Er ist der Ansicht: „Es wird schwer werden, die Lücken zu schließen. Andreas Arnold hat viele Dinge erledigt, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen waren.“ Ein Nachfolger ist nach Aussage Gebbekens und seines Vorstandskollegen Bernhard Dreiskämper zurzeit nicht in Sicht. Es hat zwar Gespräche mit potenziellen Kandidaten gegeben, da Arnold bereits auf der letzten Jahreshauptversammlung bekannt gegeben hatte, nicht noch einmal kandidieren zu wollen. Diese blieben bislang aber erfolglos. „Der Zeitaufwand ist der meistgenannte Grund bei Absagen“, berichtete Dreiskämper. Er steht wie Gebbeken nicht als Nachfolger von Arnold zur Verfügung.
Die beiden 2. Vorsitzenden machten deutlich, dass sie nicht an ihren Posten hängen und das Feld räumen würden, sollte ein Kandidat für den Vorsitz mit einer eigenen „Mannschaft“ antreten wollen. Gleichzeitig unterstrichen sie aber auch, einen neuen Vereinsboss ein weiteres Jahr in ihrer bisherigen Position unterstützen zu wollen. Eine gewisse Mitverantwortung am verpatzten Lizenzantrag räumte Gebbeken ein, der sagte: „Es kann sich keiner aus der Verantwortung ziehen. Wir waren zwar in der Vergangenheit nie in die Lizenzierung involviert, hätten aber nachfragen müssen. Ein Stück weit kreide ich mir etwas mit an.“
Entgegen anders lautenden Gerüchten gibt es noch keinen Termin für die turnusmäßige nächste Jahreshauptversammlung des SV Eintracht, bei der nach Auskunft von Gebbeken und Dreiskämper wichtige strukturelle Fragen diskutiert werden sollen, zum Beispiel eine mögliche Ausgliederung der 1. und 2. Fußball-Mannschaft. „Wir haben in den nächsten Tagen ein strammes Programm vor uns“, machte Gebbeken deutlich. Das optimale Profil für einen Nachfolger von Arnold beschrieb er so: „55 Jahre alt, Vorruheständler, belastbar.“
Quelle: Grafschafter Nachrichten





