Wilhelmshavener Amateure unter Betrugsverdacht

Wilhelmshaven. Dem norddeutschen Amateurfußball droht möglicherweise ein Wettskandal. Bei der Oberligamannschaft SV Wilhelmshaven II, die gestern Abend bei Eintracht Nordhorn ein 0:0 erkämpfte (siehe Bericht auf dieser Seite), sollen sechs Spieler in Wettbüros auf Niederlagen ihres eigenen Teams gewettet haben. Die Polizei hat entsprechende Hinweise erhalten und Ermittlungen in Richtung Betrugsverdacht aufgenommen.

„Das zuständige Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes prüft zur Zeit, ob strafrechtliche Bestimmungen verletzt wurden“, sagte Klaus-Rüdiger Harms, Pressesprecher der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, gestern auf Anfrage. Weitere Angaben könnten derzeit nicht gemacht werden, erklärte Harms. Der SV Wilhelmshaven hat nach eigenen Angaben den Justiziar des zuständigen Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) von den Verdächtigungen informiert. Um welche Spieler es sich handelt, konnten weder Verein noch Polizei sagen.

Die SVW-Reserve kletterte gestern auf den vorletzten Platz der Oberliga Niedersachsen West. Nach einer Serie von neun Niederlagen hatte sich das Team von Trainer Norman Günther (Foto) über Weihnachten von mehreren Spielern getrennt. „Wilhelmshaven II hat nach dem Rückzug von Sponsoren bereits 40 Spieler in dieser Saison eingesetzt. Ich halte die Vorwürfe für unrealistisch“, sagte der NFV-Spielobmann Jürgen Stebani. Für ihn hat der „Fall Wilhelmshaven“ eine andere Qualität als der Vorfall in der Bremen-Liga, wo im März auf Bitten der Polizei die Partie Werder Bremen III – FC Bremerhaven abgesagt worden war, weil ungewöhnlich hohe Wetten auf eine Niederlage des favorisierten FC Bremerhaven gesetzt worden waren. DPA/Foto: Wohlrab

Quelle: Grafschafter Nachrichten

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