Brandaktuelle Oberliga Niedersachsen

„Das 0:5 müssen wir erst einmal verdauen“

TuS Lingen mit dem Rücken zur Wand

Lingen (hegt) – Georg Schultejans, seit zehn Spielen Trainer des TuS Lingen, war mächtig angefressen. „Da meinte doch glatt einer; wenn schon verlieren, dann aber richtig“. Solche „Sprüche“ mochte Schultejans nach der Schlappe gegen den BSV Rehden nicht hören. Nach vier Siegen in Folge war die TuS-Serie mit einem 0:5 jäh gestoppt worden.

Und diese Niederlage hat nicht nur Tabellenfolgen. „Wenn wir das Spiel gewonnen hätten, dann hätte der TuS am Montag eine Handvoll neuer Spieler präsentieren können“, meinte der Trainer. Hätte, wenn und aber zählt aber nicht. Nach der Niederlage steht TuS Lingen wieder mit dem Rücken zur Wand.

Der TuS hat gegenüber Mitkonkurrent Rehden ein um 33 Tore schlechteres Torverhältnis, und der VfV Hildesheim hat gegenüber Lingen drei weitere Nachholspiele. Die Lingener haben kein so genanntes leichtes Spiel mehr: So muss schon am Sonntag beim VfL Oldenburg unbedingt ein Teilerfolg her. Das Spiel beginnt um 18 Uhr.

Die hohe Niederlage hat Folgen für den Gesamtverein. Die Reservemannschaft steckt in der Bezirksliga nach einer Misserfolgsserie in aktuter Abstiegsgefahr. Jetzt kann sie nicht mehr mit personeller Unterstützung aus dem Oberliga-Kader rechnen. Wladimir Schenemann kann so Samstag im vorentscheidenden Abstiegsduell gegen den VfL Emslage in der Reserve nicht mitwirken, da erstens Verletzungsgefahr besteht und zweitens die Oberligaelf „frisches Blut“ braucht.

Zudem meldete sich Heiner Bollmer, einer der Abwehrstützen, am Montag zum Training mit der gegen Rehden erlittenen Verletzung ab. Bei seiner Auswechslung hatte es noch 0:1 gestanden. Erst nach über einer Stunde brach das Unglück über den TuS herein.

„Die Elf war am Boden zerstört“, meinte Schultejans trotz der „Sprüche“ einzelner. „Das muss man erst einmal verdauen“. So begann schon am Montag die Arbeit an der psychologischen Front. „Dabei waren die Rehdener nicht einmal stark“, analysierte er. Aber beim TuS reihte sich ein Fehler an den anderen, die Überforderung wuchs mit jedem Tor. Die Elf stand nicht tief genug, fühlte sich nach neun Punkten in Folge vielleicht zu stark. „So waren wir sehr anfällig für die Konter der Rehdener“, meinte ein frustrierter Trainer.

Schon vor dem Spiel hatte Schultjans einigen Gesichtern angesehen, dass das Ende der Serie erwartet würde. „Mir kam es vor, als würden alle die Niederlage herbeisehnen“, so Schultejans. „Aber so darf man einfach nicht denken“.

Jens Helming ist noch keine Alternative. Dafür fügte sich Dimitri Porsch, der anstelle von Florian Kribber startete, schon gegen Rehden gut in die Elf. Im Sturm wird in Oldenburg vielleicht umgestellt. Rainer Kremer brennt jedenfalls im Training vor Ehrgeiz.

Quelle: EL Kurier

 

Jugendstil als Antwort auf die Krise

Von Mike Röser

Lingen.-Vor entscheidenden Wochen steht Fußball-Oberligist TuS Lingen: Mit einem Zwischenspurt hat sich die Mannschaft von Trainer Georg Schultejans die Chance erarbeitet, den Klassenerhalt zu schaffen. Doch nicht nur das Sportliche steht bei dem Klub in naher Zukunft im Blickpunkt: Der TuS steht vor einigen Veränderungen.

Dass diese auch finanzieller Natur sind, zeigte bereits die Winterpause: Nahezu chancenlos stand das Team am Ende der Tabelle; der Verein trennte sich von Trainer Jochen Wessels und einigen Spielern. „Das hat uns auch finanziell weitergebracht“, sagt der Vorsitzende Gregor Menger, der bereits im Herbst bekannt gegeben hatte, dass er aus beruflichen Gründen sein Amt im Juni niederlegen werde. Die Wirtschaftskrise bekam der TuS zu spüren, einige Sponsoren sprangen ab. „Wir sind unverschuldet in die Krise gekommen, das war vor zwölf Monaten nicht abzusehen.“

Eine Konsequenz daraus: In Zukunft will der Klub verstärkt auf die Jugend setzen. Neben Talenten aus dem eigenen Nachwuchs – ein erstes Zeichen war die Einigung mit sechs aktuellen A-Jugendlichen, die nächste Saison in die Senioren aufrücken – sollen hoffnungsvolle Spieler aus der Umgebung gewonnen werden. Und auch die Rückkehr des ein oder anderen Ex-Lingeners steht auf dem Wunschzettel. Wenngleich eine Vorgabe entscheidet, so Menger: „Der Verein muss die Ausgaben an den Einnahmen orientieren. Wenn das nicht für die Oberliga reicht, dann bedeutet das halt den Abstieg.“

Zukunftsmusik, bei der Menger am Rande mitspielen wird: Am 30. Juni hört er auf, wird anschließend beratend tätig sein und auch helfen, einen Nachfolger zu finden. Den muss der Klub bis zur Generalversammlung im Herbst haben. Ob jedoch eine Person auf den Vorsitzenden folgt, wird im Verein derzeit diskutiert: Möglich ist auch ein Präsidium, das sich die Aufgaben teilt. Derzeit ist der Klub auf der Suche nach geeigneten Kandidaten.

Quelle: Emslandsport

 
Mengers Vision vom 1. FC Lingen

Auch nach dem 30. Juni will sich der scheidende Vorsitzende Gregor Menger beim TuS Lingen engagieren.

Doch nicht nur, dass der Verein funktioniert, wünscht sich Menger von seinem Nachfolger: „Am besten wäre jemand, der mit visionären Ideen antritt.“ So etwa wie jene, die ihm durch den Kopf geht: ein Fusionsklub in Lingen, in dem der Leistungsfußball gebündelt wird: „Es ist nicht mehr zeitgemäß, dass man sich in der Stadt Konkurrenz macht.“

Beispiel sei die Rivalität zwischen seinem TuS und dem SV Holthausen-Biene. „Man müsste die finanziellen Mittel bündeln, gerade in diesen Zeiten.“ Es sei notwendig, über den Tellerrand hinauszuschauen; ein Fusionsklub müsse auch nicht TuS Lingen heißen. Wichtig sei nur, dass dort ein oder zwei Teams mit dem Anspruch Leistungssport untergebracht wären. „Ein reiner Fußball-Klub, von mir aus 1.FC Lingen.“ Wenn sich alle Vereine der Stadt beteiligen würden, hätte man ein riesiges Potenzial.

Als Beispiel nennt er auch die Jugendarbeit von Nachbar Olympia Laxten: „Ich habe viel Respekt vor dem, was dort geleistet wird – aber ich bin sicher, dass Talente noch mehr erreichen, wenn sie über solch einen Fusionsklub gefördert würden.“

Quelle: Emslandsport

 

VfB Oldenburg hofft auf Rekordkulisse im Titelkampf

Oberligist trifft am Sonntag im vorletzten Heimspiel auf Rehden – Bis zu 10 000 Fans erwartet

Von Henning Busch

Oldenburg – Noch sechs Spiele trennen die Oberliga-Fußballer des VfB Oldenburg vom Erreichen des ersten Etappenziels auf dem angestrebten Weg in die Regionalliga. Im vorletzten Heimspiel der regulären Saison erwartet die Mannschaft von VfB-Trainer Joe Zinnbauer an diesem Sonntag (15 Uhr, Marschwegstadion) den wiedererstarkten BSV Rehden – und die Kulisse dürfte zweitligareif sein.

Auch wegen des VfB-Familienfestes rechnen die Verantwortlichen des Tabellenführers der Staffel West am Sonntag mit bis zu 10 000 Zuschauern. Damit würden die Oldenburger dann auch in der inoffiziellen Zuschauertabelle dieser Fünften Liga – den VfB feuerten bisher 31 500 Fans im Marschwegstadion an – den SV Meppen (36 800) vom ersten Platz verdrängen.

“Wir würden uns natürlich über eine möglichst große Kulisse und lautstarke Anfeuerung freuen”, betont Zinnbauer – wohlwissend, dass die Partie gegen die abstiegsgefährdeten Gäste kein Selbstläufer werden dürfte. “Beide Teams brauchen möglichst einen Dreier – wir zur Meisterschaft, und die gegen den Abstieg”, weiß der VfB-Trainer.

Zudem haben die Gäste sich seit der Trennung von Trainer Marek Lesniak (Ex-Profi u.a. bei Bayer Leverkusen) im März unter Nachfolger Uwe Brunn (ehemaliger Torwart von Borussia Mönchengladbach und VfL Osnabrück) sehr gesteigert und zuletzt zwei hohe Auswärtssiege gefeiert (10:1 Tore).

Nach dem Rehden-Spiel folgen für den VfB drei Auswärtsspiele in Folge: gegen VfL Osnabrück II, TuS Lingen und Meppen. Das letzte Heimspiel der regulären Saison steht am Sonntag, 17. Mai, gegen Osnabrück II an, ehe es am letzten Spieltag zum SV Bad Rothenfelde geht.

Sollte der VfB dann die Meisterschaft perfekt gemacht haben, folgen am Freitag, 29. Mai, sowie Sonnabend, 6. Juni, die Relegationsspiele gegen den Meister der Staffel Ost um den Aufstieg in die Regionalliga.

Quelle: Nordwest Zeitung

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