„Tolle Truppe, große Kameradschaft“
Von Uli Mentrup
Meppen.-Vier Jahre SV Meppen, sechs Jahre TuS Lingen: Natürlich elektrisiert Helmut Rolfes das Derby zwischen beiden Kontrahenten am morgigen Freitag in der Vivaris-Arena (19.30 Uhr). „Die Chancen, dass Lingen den Klassenerhalt schafft, sind sehr gering“, weiß der 46-Jährige. „Aber es wäre schon interessant wenn es in der Oberliga auch weiter ein Derby gibt.“
Rolfes freut sich auf das inneremsländische Duell am Freitag. Auch wenn er beim SVM jetzt die C2- und demnächst die B2-Junioren trainiert, will er unparteiisch und entspannt möglichst guten Fußball und Tore sehen. Zu den Lingenern hat Rolfes, der in Meppen wohnt und als Waffenfeinmechaniker arbeitet, kaum noch Beziehungen. Über den SVM ist er natürlich besser informiert. Er vermutet, dass der Gastgeber sich morgen für die 2:3-Pleite in Lingen revanchieren will.
Probleme hat Rolfes mit keinem seiner ehemaligen Klubs gehabt. Im Gegenteil, es waren für ihn gute Zeiten. Mit 19 Jahren kam er vom Kreisligisten Twist zum Landesligisten Lingen. Trainer war in seinen ersten vier Serien beim TuS Eberhard Strauch. Der Coach schulte den talentierten Spieler vom Linksaußen zum Offensivverteidiger um. Rolfes dankte es mit 15 Treffern in der ersten und 14 in der zweiten Saison. Der TuS stieg in die Verbandsliga auf, das Zuschauerinteresse war riesengroß – genau wie der Erfolg: „Wir haben ein Jahr kein Spiel verloren“, erinnert sich Rolfes, der mit Karl Dankert oder Klaus-Dieter Weinert zusammenspielte. „Eine tolle Truppe.“
Die Kameradschaft war in Lingen wie in Meppen gut. „Sonst hätten wir mit dem SVM nie den Klassenerhalt geschafft. Das hat uns doch keiner zugetraut“, erinnert sich der Fußballer an das erste Zweitligajahr, zu dem er in die Kreisstadt wechselte. Drei Tage nach dem Aufstieg in Erkenschwick, bei dem Rolfes im Stadion mitfieberte, rief er bei SVM-Manager Gerd van Zoest an. „Plant ihr auch in der Zweiten Bundesliga mit mir?“, wollte er wissen. Über das „Ja“ hat sich Rolfes, der schon Monate zuvor zugesagt hatte, sehr gefreut. Für ihn bedeutete das einen Riesensprung, der tolle Erlebnisse bescherte. „Wo wir überall gewesen sind“, denkt er an Spiele in Freiburg oder Berlin. Dreimal wurde er von Verletzungen zurückgeworfen. dennoch kam er unter Rainer Persike auf 68 Spiele (je ein Tor in Mainz und Bayreuth). Trotz der Belastung arbeitete er weiter. „Danach wurde trainiert.“ Horst Ehrmanntraut stellte den Spieler vor die Alternative Fußball oder Beruf. Rolfes entschied sich für den öffentlichen Dienst und hat „alles richtig gemacht“.
Rolfes wechselte nach Lingen, stieg unter „Alo“ Weusthof in die Oberliga auf. Nach zwei Jahren kehrte er zum Twist zurück, wo eine schwere Sportverletzung sein fußballerisches Aus bedeutete. „Erst drei Jahre später konnte ich wieder richtig laufen.“ Heute ist er in der Jugendarbeit engagiert – und natürlich gespannt auf das Duell seiner beiden Ex-Klubs.
Quelle: Emslandsport





