Die Messlatte wird hoch angesetzt
ho Gersten.-Die Verantwortlichen vom Zweitligisten Victoria Gersten zeigen sich vor der sechsten Serie in der 2. Bundesliga Nord optimistisch. Zunächst hat natürlich der Klassenerhalt oberste Priorität. Bei gutem Saisonverlauf schließen sie allerdings einen Platz im gesicherten Mittelfeld nicht aus.
„Vieles wird von den ersten Partien und der Verletztenliste abhängen“, ist Trainerin Maria Reisinger sicher. Gelingt der Auftakt und bleibt die Victoria von Personalsorgen weitgehend verschont, dann scheint das Ziel erreichbar. Die ersten Spiele in Wattenscheid und zu Hause gegen den Bundesligaabsteiger Herforder SV dürften bereits eine Standortbestimmung geben. „Wir nehmen das, was kommt“, weiß die Langenerin, dass es sowieso keine einfachen Gegner in der 2. Liga gibt. Reisinger sieht die Konkurrenz ähnlich stark wie in der vergangenen Serie. Herford und der Drittplatzierte aus dem vergangenen Jahr Lok Leipzig sind für die 38-Jährige klare Meisterschaftsfavoriten. Gespannt sind die Gerstener auf die „Neuen“ wie Magdeburg, Werder Bremen und Wattenscheid. „Unbekannte Mannschaften sind eher schwierig und unberechenbar“, glaubt die engagierte Trainerin an eine spannende Serie, in der jeder jeden schlagen kann. Und genau das wollen die Emsländerinnen ausnutzen und ihr vorhandenes Potenzial besser ausschöpfen als in der vergangenen Serie.
Die Emsländerinnen haben mit den Kappel-Zwillingen, Silke Gößling und Lydia Schwering erfahrene Spielerinnen an den Bezirksoberligisten BW Papenburg abgegeben. Wie schwer der Verlust wiegt, oder ob diese Abgänge zu kompensieren sind, wird sich erst im Saisonverlauf zeigen.
Dafür kann sich Gersten über auch über einige Neuzugänge freuen. Anne Wenneker als Heimkehrerin (23) von der SG Bad Bentheim, Jana Kieras (22) aus Mellendorf sowie die Kettenkamperinnen Katrin Pösse (20) und Sarah Meiners (25) haben bereits höherklassig ihre Stärke unter Beweis gestellt und durchaus Chancen, sich in den erweiterten Stammkader zu spielen. Weiter sind mit Jana Segeler (16), die allerdings an einem Kreuzbandriss laboriert, Vanessa Rohling (16, Piesberger SV) und Sarah Schulz (16, Eintracht Papenburg ) drei junge Talente hinzugekommen, die langsam an das Niveau der 2. Liga herangeführt werden sollen. „Eine gute Mischung aus zweitligaerfahrenen Akteurinnen und jungen willigen Talenten soll wie auch schon in den Vorjahren das Erfolgsrezept der Victoria bleiben“, ist Reisinger optimistisch, das Ziel zu erreichen.
Durch eine hohe Trainingsbeteiligung, ein intensives Trainingslager mit anstrengenden Einheiten und individuellem Einzeltraining während der Vorbereitungszeit wird der Grundstock für die Hinserie gelegt. „Fitness und Kraft sind die halbe Miete“, legt die Langenerin die Priorität fest, neben den taktischen Ausrichtungen besonders an der körperlichen Verfassung der Spielerinnen zu arbeiten.
Wer in der kommenden Serie Führungsaufgaben übernehmen wird, bleibt abzuwarten. Für die Trainerin allerdings wird gerade der Defensivbereich, der weitgehend zusammengeblieben ist und in der erfahrenen Torhüterin Vera Oude-Wesselink einen echten Rückhalt hat, eine Schlüsselachse darstellen.
Bleibt nur abzuwarten, wie sich die Emsländerinnen in ihren ersten Spielen zurecht finden. Am 13. September starten sie im DFB-Pokal in Mellendorf (Regionalliga), bevor sie eine Woche später zum Punktspielauftakt nach Wattenscheid reisen.
Quelle: Emslandsport





