Frischer Wind im 09-Sturm
Alexander Haberstock hat mit 18 Jahren schon viel hinter sich
Seine Zeit in der Jugend des FC Twente Enschede endete verletzungsbedingt. Momentan sorgt Fußball-Talent Alexander Haberstock mit dem FC Schüttorf 09 in der Bezirksoberliga für Furore.
Von Hinnerk Schröer – Schüttorf. Simon Cziommer war 1994 der erste Fußballer aus der Grafschaft, der zur optimalen Förderung in die Jugendabteilung des FC Twente Enschede wechselte. In den vergangenen Jahren sind dem Beispiel des Schüttorfers, der inzwischen bei RB Salzburg in der 1. österreichischen Liga spielt, zahlreiche talentierte Jugendspieler aus der Region gefolgt. Der Traum vom Profifußball geht dabei allerdings nur für die allerwenigsten in Erfüllung. Denn der Weg nach oben ist nicht nur lang, sondern auch steinig.
Im wahrsten Sinne des Wortes schmerzlich erfahren musste das auch Alexander Haberstock. Der Offensivspieler des FC Schüttorf 09 wechselte als D-Jugendlicher nach Enschede und war bis zur B-Jugend für den Nachwuchs des niederländischen Ehrendivisionärs am Ball. Der fußballerische Ausflug ins Nachbarland wurde allerdings immer wieder von Verletzungsproblemen getrübt. „Ich konnte wegen Knieproblemen ein Jahr überhaupt nicht spielen“, blickt der 18-Jährige zurück. Nach einem Gespräch mit der Jugendleitung des Vereins entschied sich Alexander Haberstock im Jahr 2006 seine Zelte in Enschede abzubrechen: „Die Belastung für meinen Körper war zu groß.“
Zurück in der Jugend des FC 09 blieb ihm das Verletzungspech aber treu. Eine komplizierte Hüftverletzung zwang ihn erneut zu einer einjährigen Spielpause. Obwohl die Schmerzen nie ganz abgeklungen sind, hing er die Schuhe aber nicht an den Nagel. „Dafür spiele ich viel zu gerne Fußball“, sagt der Gymnasiast der in diesem Schuljahr in Bad Bentheim sein Abitur machen möchte.
Am Anfang dieses Jahres rückte der Mittelfeldspieler als A-Jugendlicher in die erste Mannschaft des FC Schüttorf 09 auf und schaffte mit dem Team im Sommer als Meister den Aufstieg. Seit Saisonbeginn sorgt die Mannschaft von Trainer Siggi Wolters in der Bezirksoberliga für Furore. „Es macht mega Spaß. Wir haben eine tolle Mannschaft, in der es auch menschlich super passt“, schwärmt Alexander Haberstock von seinen Mitspielern. Einer davon ist sein älterer Bruder Oliver, mit dem er sich bereits von kleinauf auf dem Bolzplatz heiße Duelle lieferte.
Optimal scheint im 09-Kader auch die Mischung aus Jung und Alt zu sein. Im Windschatten oberligaerfahrener Spieler wie Sebastian Röttger, Frank Kotzek, Oliver Villar oder Matthias Tellinghusen haben mehrere Talente aus der Schüttorfer Jugendabteilung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Neben Alexander Haberstock konnten sich auch Andreas Strauch und Henning Junker einen Stammplatz erkämpfen. Weitere Spieler sind auf dem Sprung. „Die Jungs profitieren davon, dass sie erfahrene Akteure an ihrer Seite haben, die sie hervorragend führen“, betont Siggi Wolters.
Mit zuletzt vier Siegen in Folge haben die Schüttorfer sich ins obere Tabellendrittel vorgearbeitet. Jetzt haben sie gleich eine ganze Serie an Derbys vor der Brust. In der Liga treten die Obergrafschafter am Sonntag zunächst beim SC Spelle-Venhaus an, anschließend warten die Duelle mit dem SV Vorwärts Nordhorn und dem TuS Lingen. Im Pokal steht man darüberhinaus dem SV Holthausen-Biene gegenüber. Auf diese besonderen Duelle freut sich auch Alexander Haberstock, der von Wolters seit Saisonbeginn zum Stürmer umfunktioniert wurde. Dort sorgt er zusammen mit dem vom Kreisligisten SV Suddendorf-Samern gekommenen Sebastian Schmagt für viel frischen Wind. „Beide sind unheimlich schnell und harmonieren sehr gut miteinander“, stellt Wolters fest.
Seine Antrittsgeschwindigkeit und sein hohes Tempo auch mit dem Ball am Fuß sorgen dafür, dass Alexander Haberstock oft nur durch Fouls zu stoppen ist. Angesichts seiner gesundheitlichen Vorgeschichte gehört viel Mut dazu, trotzdem immer wieder konsequent die Eins-gegen-eins-Situationen zu suchen. Der Gefahren ist sich das große Offensivtalent bewusst: „Ich möchte als Fußballer alles zeigen, was ich kann. Aber das Wichtigste ist für mich, verletzungsfrei zu bleiben.“
In der Bezirksoberliga ist der Stürmer des FC 09 aber nicht der einzige, der in der Jugend des FC Twente gespielt hat. Vor kurzem hat sich der Schüttorfer Lars Niemeyer, der nach seinem Engagement in Enschede zuletzt pausierte, dem SC Spelle-Venhaus angeschlossen. Einsetzen konnte Trainer Michael Schmidt den Kreativspieler wegen der noch ausstehenden Spielgenehmigung bislang aber nicht. Seine Klasse unter Beweis stellen, konnte dagegen in dieser Saison schon Steffen Hilberink beim SV Vorwärts Nordhorn. Der Mittelfeldspieler kehrte aus Twentes U19 an den Immenweg zurück. Wie groß die Auslese bei dem niederländischen Verein ist, verdeutlicht eine Aussage von Alexander Haberstock: „Von den Spielern, mit denen ich zusammen in der D-Jugend angefangen habe, ist mit Theodor Vogelsang aus Veldhausen nur noch einer dabei.“
Quelle: Grafschafter Nachrichten





