Brümmer: Zahlen hinter den Zahlen haben gefehlt

Von Mike Röser

Lingen.-Nach den Handgeld-Vorwürfen durch den ehemaligen Sportlichen Leiter Jürgen Wojtynek und der öffentlichen Stellungnahme des Fußball-Klubs TuS Lingen, in dem rechtliche Schritte angekündigt wurden (wir berichteten), bezieht nun auch der zurückgetretene TuS-Vorsitzende, Georg Brümmer, Position. Er stützt Wojtyneks Aussagen.

Besonders die Finanzsituation des Vereins, so Brümmer, sei in seiner 33 Tage währenden Amtszeit unklar geblieben: „Ich habe bei meiner Wahl gesagt: Wir geben nur das Geld aus, was wir auch haben.“ Deshalb habe er „Zahlen hinter den Zahlen“ gefordert, eine genaue Auflistung habe jedoch nur die Jugendabteilung geliefert. „Da, wo sie wichtig gewesen wären, im Seniorenbereich, haben sie gefehlt“, sagt Brümmer. Er sei auf persönliche Gespräche mit Vorgänger Gregor Menger und Schatzmeister Karl-Josef Reisloh vertröstet worden. Brümmer: „Was wir bekommen haben, war eine Liste mit Sponsoren, von denen einige schon gekündigt hatten.“
Auf der ersten Vorstandssitzung habe Reisloh zudem gefragt, ob der städtische Zuschuss über 80000 Euro eingegangen sei. Darauf habe Menger, so Brümmer, geantwortet: „Das Geld der Stadt Lingen ist in den laufenden Spielbetrieb eingegangen.“

Zudem sind Wojtynek und Brümmer im Besitz einer handschriftlichen Liste, in der, unter Reislohs Namen, die Aufwandsentschädigungen im Juli 2009 für die Spieler des Bezirksoberliga-Teams zu finden sind, samt den (vermeintlich) strittigen Auflaufprämien. „Wie konnte Reisloh da nicht wissen, wie hoch das Budget für August ist, wie es in der Pressemitteilung des TuS zu lesen ist?“, fragt Wojtynek. Zudem bezweifeln beide, dass Reinhold Klus noch Vorstandsmitglied ist, weil dieser am 29. September schriftlich (zu Händen Brümmers) zurücktrat.

„Die Kontoauszüge erhalte ich. Da soll ich solch eine Frage stellen?“, sagt Reisloh zu der Behauptung, er habe den Eingang des städtischen Geldes hinterfragt. Am 5.Mai seien die 80000 Euro auf das TuS-Konto überwiesen worden. Das Geld sei ordnungsgemäß beim Steuerberater verbucht worden und wie geplant in den Etat der Vorsaison eingangen. „Wir haben das Geld auf das Konto des TuS Lingen überwiesen“, bestätigt Ralf Büring, Erster Stadtrat.

„Ich habe zehn Jahre lang keinen Cent und keinen Pfenning Handgeld bezahlt und ich habe auch nie eine derartige Liste zu Gesicht bekommen“, sagt Reisloh zu den Handgeldvorwürfen. Gregor Menger wollte sich auf Anfrage nicht äußern und will dies öffentlich in diesem Fall auch nicht mehr tun.

Quelle: Emslandsport

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