Kosteten Querelen den Titel?

Lohne.-War der Verein nicht reif für den Titel? So jedenfalls klingt die Verärgerung bei Uli Pruisken, der drei Jahre nach seinem Amtsantritt bei Union Lohne seinen Dienst als Trainer beim Bezirksligisten beendete – ohne Meisterschaft.

„Es war von außen überhaupt keine hinreichende Unterstützung festzustellen“, kritisierte Pruisken, der jetzt Sportlicher Leiter beim Oberligisten Eintracht Nordhorn ist, die angebliche Emotionslosigkeit auf der Vorstandsebene und im Umfeld. Hinzu kamen für ihn Querelen mit der Jugendabteilung wegen deren Weigerung, ihre talentiertesten Spieler für die Erste abzustellen.
„Niemand von uns hat gesagt, dass wir nicht aufsteigen wollen. Für uns war es aber kein Muss“, verteidigt Clemens Menger, seit März Obmann beim Bezirksligisten, die Vorstandshaltung. Auch den vorzeitigen Einsatz von Jugendspielern bewertet er anders: „Die A-Jugend war Meister geworden. Wir wollten die Jungs zusammen lassen und niemanden körperlich überfordern.“

Als im Winter Lohnes früherer Obmann Jürgen Menger und Pruisken in grundsätzlichen Fragen aneinandergerieten, war es mit der Ruhe endgültig vorbei. Eine Weiterverpflichtung des bisherigen Trainers stand spätestens danach nicht mehr zur Debatte; eine Situation, die Pruisken fast zu seinem vorzeitigem Rücktritt veranlasst hätte.

Im März verlor Jürgen Menger in einer Kampfabstimmung seinen Posten als Obmann, weil Gegenströmungen seine Arbeitsweise kritisierten. Eine Aktion, die ihm den Eindruck einer gezielten Kampagne vermittelte.

Aber auch innerhalb der Mannschaft gab es Reibereien und Verärgerung wegen Eigenwilligkeit einzelner Spieler. „Die Sache hat die Mannschaft dann unter sich geregelt“, gab es für Clemens Menger und den Vorstand keinen Handlungsbedarf.

Hausgemachter Krach auf verschiedenen Ebenen, das alles mitten im Kampf um den Titel – die Konkurrenten verfolgten mit ungläubigem Kopfschütteln, wie sich die Lohner mehr und mehr selbst zum ärgsten Gegner wurden.

Quelle: Emslandsport

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