Gerstens Höhenflug im sechsten Jahr
ho Gersten.-Das sechste Jahr war für die Victoria das bislang erfolgreichste seit Bestehen der 2. Frauen-Bundesliga Nord. Belegten die Emsländerinnen in den vergangenen Serien zumeist einen Platz im unteren Mittelfeld, schließen sie in diesem Jahr mit dem dritten Tabellenrang ab. Die gesamte Mannschaft von der Torhüterin über die Abwehr zur Mittelfeldachse bis hin zum Angriff zeigte sich von ihrer besten Seite.
„Stillstand gab es bei uns nicht. Wir versuchen ständig an der Weiterentwicklung jeder einzelnen Spielerin zu arbeiten und natürlich auch das gesamte Team zu stärken“, spricht Trainerin Maria Reisinger von harter Arbeit, die letztendlich belohnt wurde – nämlich mit spielerisch gut vorgetragenen Aktionen und erfolgreichem Angriffsfußball. Vor der Serie hätte in Fußballerkreisen niemand auf die Emsländerinnen gesetzt.
Jetzt sprang mit 39 Punkten ein hervorragender dritter Platz heraus. Zwölf Siege stehen sieben Niederlagen gegenüber, dreimal spielte die Victoria remis. Die Abwehr musste nur 30 Gegentore einstecken, es wurden 51 Treffer erzielt. Gersten zeigte sich auswärts wie zu Hause an der Bregenbecker Straße nahezu gleich stark. Wenig Verletzungspech, eine gelungene Integration der Reservespielerinnen und die Möglichkeit einer variantenreichen Formation, bedingt durch die Flexibilität vieler Gerstener Akteurinnen, zieht Reisinger als Gründe für das erfolgreiche Abschneiden heran. Die gute medizinische Betreuung durch Mannschaftsarzt Dr. Brümmer und den Physiotherapeuten Joachim Thole und Silke Müschke war für Reisinger mitentscheidend.
„Es hätte auch anders laufen können“, sieht Reisinger den etwas glücklichen 3:2-Auftaktsieg in der letzten Minute in Wattenscheid als Schlüsselerlebnis. Dieser Erfolg stärkte von Beginn an das Selbstbewusstsein des neu strukturierten Teams. Es stimmte einfach in allen Mannschaftsteilen. Keeperin Vera Oude-Wesselink spielte eine herausragende Serie. Die neu formierte Viererabwehrkette (Melanie Roters, Katharina Börger, Sarah Meiners, Antje Heitmann) brachte Sicherheit und Stabilität. Im zentralen Mittelfeld wussten insbesondere Neuzugang Jana Kieras und Spielmacherin Sarah Sieksmeyer zu gefallen. Auch Sarah Schneider, Sina Tepe, Sandra Reisinger und Tanja Baumann belebten das Gerstener Spiel. Vorne zeigten die Angreiferinnen Martina Fennen und Vanessa Rohling sich besonders treffsicher. Die Reservespielerinnen Katrin Pösse, Anne Wenneker, Anna Klumpe, Julia Moss, und Nina Lögering rundeten durch Kurzeinsätze das positive Gesamtbild ab. Die von BW Papenburg zur Halbserie zurückgekehrten Zwillinge Britta und Inga Kappel integrierten sich gut und zeigten ebenfalls beständige Leistungen.
Der Rücktritt von Trainer Matthias Rieck mitten in der Serie verursachte keinen Leistungseinbruch. Einzig die Niederlage in Leipzig (1:2), wo die Emsländerinnen große Verletzungssorgen zu beklagen hatten und der Coach freitags vorher dem Team seinen Rücktritt bekannt gab, ließ eine gewisse Verunsicherung erahnen. Danach ging es direkt wieder bergauf. Heike Kinder aus der Reserve-Elf übernahm in Doppelfunktion fortan die Co-Trainer-Tätigkeit an der Seite von Reisinger. „Wir ergänzen uns gut, und Heike kennt die Spielerinnen bereits alle aus gemeinsamen Trainingseinheiten“, spricht die Langenerin von einem reibungslosen Übergang.
Nach einer kurzen Verschnaufpause wollen die Emsländerinnen in der nächsten Serie da weitermachen, wo sie im Mai zum Ende der vergangenen Saison aufgehört haben. „Es gibt weiter viel zu tun“, sagt die Langenerin. Am 5. Juli erwartet sie ihr Team zum ersten Training.
Quelle: Emslandsport





