Reichlich Arbeit für den „Mann für alle Fälle“

Hermann Harink ist seit 1994 in der Fußball-Abteilung des SV BadBentheim tätig

Zum Fußball kam Harink aus familiären Gründen. Mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga hat sich der Arbeitsaufwand noch einmal vergrößert.

Von Hinnerk Schröer – Bad Bentheim. Wenn es noch eines Belegs dafür bedurfte, dass man als Abteilungsleiter einer Vereinssparte auch immer so etwas wie der „Mann für alle Fälle“ ist, hat Hermann Harink, der Fußballobmann des SV Bad Bentheim, die passende Anekdote dazu. Als sich vor kurzem ein Reh auf die Fußballplätze des SV Bad Bentheim verirrt hatte, erhielt Harink gleich mehrere besorgte Anrufe. Als er auf dem Vereinsgelände eintraf, hatten sich dort neben der Polizei auch mehrere Anwohner versammelt. Harink schritt sofort zur Tat und öffnete dem Reh die Pforte zur Freiheit.

Auch wenn eine solche Aktion natürlich eine lustige Ausnahme ist, kann sich Harink grundsätzlich nicht über Langeweile in seinem Ehrenamt beschweren. Im Gegenteil: Seitdem der 51-jährige Finanzbeamte im Jahr 1994 in den Spielausschuss des Obergrafschafter Vereins gewählt wurde, ist die Arbeit immer umfangreicher geworden. Mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft, die morgen Abend in Friesoythe ihr Saisondebüt in der Landesliga gibt, hat sich die Agenda noch einmal vergrößert. In der neuen Liga gibt es unter anderem höhere Auflagen. „Für uns ist es natürlich eine tolle Entwicklung, dass wir jetzt in der Landesliga spielen. Aber dadurch steigt auch der Aufwand. Wir sind auf die Unterstützung der Bentheimer Geschäftswelt und weiterer Ehrenamtlicher angewiesen“, sagt Harink, der bereits seit seinem 15. Lebensjahr unentgeltlich verschiedene Ehrenamtsarbeit leistet. Für die kommende Spielzeit kennt die Mannschaft von Trainer Michael Schmidt nur ein Ziel: Weil aus der 19-er Liga am Saisonende mindestens sechs Mannschaften in die Bezirksliga absteigen, lautet das Klassenerhalt.

Einen wichtigen Grund für die positive Entwicklung der Abteilung sieht Harink in der Kontinuität. Seitdem er 1994 als Kassenwart im Fußballvorstand anfing, waren mit Hermann Röseler, Bernhold Nünning und Michael Schmidt lediglich drei verschiedene Trainer für die erste Mannschaft verantwortlich. Der SVB ist dank seiner guten Nachwuchsarbeit aber nicht nur in der Spitze gut aufgestellt, sondern auch in der Breite, was vier Seniorenmannschaften belegen. Seit zwei Jahren gibt es auch eine Frauensparte. Von den Mitstreitern, mit denen der zweifache Familienvater im Jahr 1994 anfing, ist inzwischen keiner mehr dabei. „Ausgerechnet ich bin übrig geblieben, obwohl ich nie etwas mit Fußball zu tun hatte“, berichtet Harink lachend. Zum runden Leder kam der gebürtige Nordhorner, als sein ältester Sohn Christian bei den Mini-Kickern des SVB anfing. Vereinsarbeit hat in der ganzen Familie eine lange Tradition. „Ohne den Rückhalt und die Unterstützung durch meine Frau Helga könnte ich diesen Aufwand auch gar nicht leisten“, betont Harink, der im Spielausschuss mit Jochen Kloster, Jörg Niehaus, Martin Roters und Hermann Niehaus tatkräftige Mitstreiter hat. Zudem nahm ihm Werner Hartmann die Erstellung der Stadionzeitung ab.

Neben dem Spielbetrieb nimmt die besondere Sportplatzsituation in Bad Bentheim viel Arbeit in Anspruch. Seitdem die Sportplätze dem Verein übertragen wurden, ist die Abteilung auch für die Pflege und Instandsetzung der Spiel- und Trainingsplätze verantwortlich. Gerade bei extremen Wetterperioden keine einfache Aufgabe. Die Hoffnungen auf einen pflegeleichten Kunstrasenplatz machte zuletzt die Finanzsituation der Stadt zunichte. So wird auch in Zukunft häufiger Harinks Telefon klingeln, wenn es um die Bespielbarkeit der Plätze geht. Wie das bei einem „Mann für alle Fälle“ eben so ist.

Quelle: Grafschafter Nachrichten

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